Alle, die am 9.3. 2006 im VAZ waren, werden sich an ihn erinnern:
Dr. Claus Rhomberg, der versicherte, daß Pitten im Vergleich zu den Tirolern ohnehin hervorragende Luft hätte und zumindest unterstellte, daß eine Müllverbrennung für das Pittental ("für sie da alle wie sie da leben") überhaupt kein Problem wäre.
Wir haben nun erstaunliches aufgetrieben:
In der 6. Geschäftssitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt
Innsbruck am
29. Juni 2005 spricht sich Rhomberg ebenfalls über Müllverbrennung,
allerdings in Tirol.
Sein Auftraggeber:
Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) und Abfallwirtschaft
Tirol Mitte GesmbH (ATM), die für eine mechanisch-biologischen
Abfallbehandlungsanlage im Ahrental (AMBA) werben.
Dipl.-Ing. Neubacher:
Ich möchte Dr. Rhomberg bitten [...] wie man die mechanisch-biologische
Abfallbehandlungsanlage im Ahrental (AMBA) im Hinblick auf Schutz
der menschlichen Gesundheit grob kommentieren kann. (Beifall von
allen Seiten)
Dr. Rhomberg:
In Vorbereitung zur heutigen Sitzung habe ich Flugblätter von der Bürgerinitiative in Igls bekommen, die sich versammelt hat. Ich habe mich spontan an die vielen Bürgerinitiativen zurückerinnert, die ich selbst gegründet habe bzw. selbst dabei war. Mir ist eine der größten Bürgerinitiativen die es in Österreich gegeben hat eingefallen und zwar war das die "Österreichische Müllplattform". Diese Bürgerinitiative hat sich vor zirka fünfzehn Jahren in Österreich geformt...
(wir erlauben uns, die nächsten Ausführungen zu kürzen um direkt zum Kern vorzustoßen: Die Konsquenzern der gesetzlichen Auflagen durch die Deponieverordnung)
Von Seiten des Gesetzgebers gibt es zwei Verfahren: Die Müllverbrennung und die mechanisch-biologische Abfallbehandlung.
Ich möchte es mir heute nicht nehmen lassen an dieser Stelle zu sagen, dass im Gegensatz zu Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Schneider, für den die Müllverbrennung die Wahlnummer eins gewesen wäre, für mich nicht die Müllverbrennung, sondern die mechanisch-biologische Abfallbehandlung die Nummer eins ist.
Das möchte ich Ihnen vielleicht ganz kurz erklären: Bei diesem Diagramm, was der Input ist und was bei diesen Müllmengen herauskommt, haben Sie eine Position gesehen, die bei der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage im Ahrental (AMBA) zur völligen Zufriedenheit hinsichtlich Nachhaltigkeit und Gesundheit führt.
Bei der Müllverbrennung trifft das nicht zu, dort verbleiben 3 % Metalle und zwar Nichteisenmetalle auf der Deponie. Dazu vielleicht ganz kurz eine Information: Wenn ein kleines Kind einen altmodischen Fieberthermometer zerbissen und das Quecksilber geschluckt hat, muss man überhaupt nichts dagegen unternehmen, weil nur 0,02 Promille von diesem Quecksilber über die Magen- und Darmwand aufgenommen werden. Dieses Quecksilber liegt in elementarer Form vor. Wenn dieses Quecksilber als Oxid oder Salz verschluckt würde, wäre das Kind in großer Gefahr und müsste sofort in die Intensivstation, weil die Resorptionsrate ungefähr 20 % beträgt und man hier schon eine massive Quecksilbervergiftung befürchten muss.
Noch schlimmer wäre es, wenn das Quecksilber als organische Verbindung zum Beispiel eingeamtet werden würde. Hier ist die Resorptionsrate ungefähr 80 %.
Bei all diesen Umweltdebatten wird oft die biologische Verfügbarkeit übersehen bzw. vergessen. Wenn man im Hausmüll Metalle oder Nichteisenmetalle hat und diese Stoffe gehen durch die mechanisch- biologische Anlage (MBA), bleiben diese äußerst gefährlichen Stoffe für die Umwelt und für die Menschen in einer Form, wo sie biologisch nicht verfügbar sind. Wenn sie beim Verbrennungsprozess durchgehen, kommen sie als Oxide oder Salze wieder heraus. Bei der Müllverbrennung wurde in den letzten Jahren in Bezug auf Rauchgasentgiftung sehr viel getan. Zumindest ein Großteil der Schwermetalle - aber nicht alle - ist nicht mehr direkt in der Luft und die Anrainerinnen bzw. Anrainer müssen das nicht mehr einatmen. Das ist aber keine nachhaltige Lösung, weil in den Aschen und Schlacken diese Stoffe weiterhin als biologisch verfügbare Substanzen letztendlich in die Umwelt hineinkommen. Soviel zur Favorisierung dieser Anlage von Seiten der Umweltmedizin.
