Von: Fochler Ulrike (BH NK) [mailto:ulrike.fochler@noel.gv.at]
Gesendet: Mittwoch, 9. August 2006 11:17
An: zweymueller@architekt2.com
Betreff: Schreiben u. Emissionserklärungen
Wichtigkeit: Hoch

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Fochler Ulrike (BH NK)
Gesendet: Mittwoch, 09. August 2006 11:15
An: Ertl Martin (BH NK)
Betreff: Schreiben u. Emissionserklärungen

 

Betreff: Hamburger

Sehr geehrte Frau Zweymüller !

Bezug nehmend Ihrer Anfrage an die Gemeinde Pitten, eingelangt auf der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen am 24.7.2006 hinsichtlich der aktuellen Daten- Tagesmittelwerte - Jänner bis Juni 2006 aus der automatischen Messstation Firma Hamburger bezüglich CO, NOx, So2, HCl, CO2, Staub, Klärschlammeintrag und Dampfmenge erlaubt sich die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen folgendes mitzuteilen:

Die von Ihnen geforderten Werte des Jahres 2006 sind Einzeldaten die zur Erstellung des jährlichen Emissionsberichtes dienen. Diese Daten werden der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen am Ende des Kontrollzeitraumes (1 Jahr) gesammelt übermittelt. Daher liegen uns die von Ihnen gewünschten Daten für das Jahr 2006 nicht vor und können daher auch nicht übermittelt werden.

Es wird aber auf § 13 Abs. 1 Umweltinformationsgesetz verwiesen, wonach das jeweilige Unternehmen die Emissionsmessungen über das jeweils letztvergangene Kalendermonat und das jeweils letztvergangene Kalenderjahr in allgemein verständlicher Form an einer allgemein leicht zugänglichen Stelle bekannt zu machen hat. Sie können daher jederzeit mit der Firma Hamburger Kontakt aufnehmen, wo die Ergebnisse der Emissionsmessungen in der Firma Hamburger für die letzten Monate zur Einsichtnahme bereit liegen.
(Link zur widersprüchlichen Auskunft des Konzerns zum gleichen Thema)

Weiters wird Ihnen die Emissionserklärung der Firma Hamburger aus dem Jahr 2005 elektronisch angeschlossen.

Zu der Frage der Festlegung der Grenzwerte ist auszuführen, dass diese Grenzwerte auf Basis des Dampfkesselemissionsgesetzes und der nachfolgenden Bestimmungen in den jeweiligen Genehmigungsbescheiden der einzelnen Kesseln festgelegt wurde. Unter Berücksichtigung der besonderen Situation und Lage der Firma Hamburger wurden aber meist strengere Bestimmungen als die gesetzlichen Mindestgrenzwerte vorgeschrieben.

Für den Bezirkshauptmann

Mag. Anzeletti

Anlage der mail von Mag. Ernst Anzeletti:
Die Emissionserklärung der Firma Hamburger 1.10.2004 - 30.9.2005, von Johann Winkler unterzeichnet am 29.12.2005.

2005Kessel3.pdf

2005Kessel4.pdf (Wirbelschicht = derzeitige Restfasermüllverbrennung)

2005Kessel5u6.pdf



Thu, 10 Aug 2006 11:13:51

Sehr geehrter Herr Magister Anzeletti!

Ich darf festhalten, dass meine Anfrage vom 10.Juli 2006 stammt, und danke
für die Übersendung der Emissionserklärung 2005.
Ich habe ersucht die Emissionserklärungen 1993-2005 zur Verfügung zu
stellen, da diese offenbar nicht an die Gemeinde Pitten ergangen sind und
bei Ihnen aufliegen müssen, erwarte ich eine Erledigung.
Falls eine elektronische Übermittlung für Sie schwierig ist bietet sich der
Fax-Weg an, wobei Sie die Angaben auch an die Gemeinde Pitten senden können,
die dann sicher sofort an den Bürgerbeirat weitergeleitet werden, alternativ
gebe ich meine Fax-Nr 01 512677990 bekannt.
Da Firma Hamburger dem Umweltgemeinderat und Obmann des Bürgerbeirates
mitteilt ausschließlich über Anwälte mit ihm Kontakt pflegen zu wollen, muß
ich Sie ersuchen auch die aktuellen Daten -wie von mir gelistet - umgehend
einzufordern. Zusätzlich ersuche ich nun aufgrund der bereits
fortgeschrittenen Zeit die Daten für Juli 2006 einzufordern.

[PS.:] Die der Emissionserklärung 2005 beiliegende Analyse des Brennmaterials im
Kessel 4 fehlt (Pkt7), die zusätzlichen Messungen lt Pkt8. liegen nicht bei,
es gibt offensichtlich zu Pkt 9. "Ausfallsursache" eine Beschreibung, die
ebenfalls fehlt.

Mit besten Grüßen
Dipl.Ing.Marguerit Zweymüller


Anmerkung.:

Insgesamt angefragt sind die Protokolle der Zyklen 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004 und die mittlerweile bekanntgegebenen für 2005, weiters die verfügbaren monatlichen Daten für Nov, Dezember 2005 und der laufenden Monate bis 2006. Laut Auskunft BH Neunkirchen können diese Unterlagen bei der Hamburger GmbH jederzeit eingesehen werden. Laut Auskunft Hamburger GmbH dürfen diese Unterlagen auf Anweisung der Betriebsleitung nur mehr über Rechtsanwälte ausgefolgt werden. Das Umweltinformationsgesetz sieht vor, daß Umweltinformationen durch informationspflichtige Stellen jederzeit und ohne unnötigen Aufschub erfolgen müssen.

Die Hamburger Unternehmensgruppe verbrannte im Kessel 4 im Zyklus 2005 demnach 3.127,5 Km3/a Klärgas, 47.860 T/a Kohle und 58.990 Tonnen Restfasermüll.

Die Schwelle für eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist 35.000 t/a bei der thermischen Beseitigung von Abfällen.

Die zugrundeliegenden Analysen für Restfasermüll wurden im Auftrag der Hamburger Gruppe vor 15 Jahren angefertigt und sprechen von einem Störstoff-Anteil von 5%, das wären heute theoretisch 9.000 kg an nicht definierten Stoffen, die täglich in die Verbrennung gelangen.

Störstoffe könnten theoretisch einen PVC Anteil verschleiern, der in der nicht eigens dafür vorgesehenen Pittener Wirbelschichtverbrennung mit großer Wahrscheinlichkeit Dioxine erzeugen würde. Diese könnte durch die ebenfalls dafür nicht vorgesehene Filterung rutschen könnten. Da keine Messungen vorliegen, kann darüber keine Aussage getroffen werden.

Aus den selben Analysen läßt sich ein Anteil von jählich 22.536 kg Schwermetallen errechnen, der in die Verbrennung gelangt, das sind etwa etwa 62 - 88 kg pro Tag, vor allem Blei, Kupfer, Cadmium, Chrom, Nickel, Zinn, Arsen und Quecksilber.

Diese Schwermetalle werden erst durch die Verbrennung in eine hochlösliche, biologisch gefährlichste Form gebracht, wie einer der Gutachter der Hamburger Holding berichtet.

Interessant ist, daß entsprechend dieser Werte 5.880 kg elementares Kupfer pro Jahr in die Verbrennung gelangen und daß Kupfer ein bekannter Katalysator für die Synthese von Dioxinen darstellt, insbesonders bei niedrigen Verbrennungstemperaturen, die durch Einbringung des feuchten und energieneutralen Klärschlamms in der Wirbelschicht herrschen müssen. Die niedrigen Temperaturen sollen mithelfen, den Ausstoß von NOx zu verringern, der im Gegensatz zu Dioxinen gemessen werden muß und teilweise über den gesetzlichen Grenzwerten liegt.

Wenn man der Analyse des Konzerns glauben schenkt, könnten nach Ansicht von Experten aus täglich 360 kg Chlor mit Hilfe von täglich ca. 17 kg Kupfer theoretisch auch Dioxine synthetisiert werden. Diese würden im Fall einer Synthese weder gefiltert noch überwacht werden.

Die alleinige Filterung mit Goretex-Material ohne Rauchgaswäsche, Aktivkohle und Quenchen der Abgase kann theoretisch zudem zu einer de Novo Synthese führen, in der wiederrum Dioxine entstehen.

UGR Werner Moidls Anfrage als Umweltgemeinderat und Obmann des Bürgerbeirats gemäss UIG nach Vorlage von Dioxinmessungen ist daher notwendig und äußerst sinnvoll.

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