Auf die Frage der Kronen Zeitung, ob Thomas Prinzhorn wieder kandidieren wird, antwortet seine Büroleiterin, Barbara Kappl alias Kappel: "Nein, nach 10 Jahren in der Politik möchte er sich wieder ganz seinem Unternehmen widmen."

Der FPÖ Politiker und Wellpappe-Tycoon Prinzhorn will den rechten FPÖ Spitzenkandidaten Strache vor allem dann unterstützen, wenn Barbara einen vorderen Listenplatz in Straches Partei erhält. Ein doppelseitiges Promotions-Interview für die Sonntagsausgabe der auflagenstärksten Tageszeitung Österreichs hat sie jedenfalls schon absolviert.

Kappl/Kappel, die zukünftige rechte Vorzeigespitzenpolitikerin und Prinzhorn kennen sich durchaus intim: Thomas Prinzhorn war ihr Trauzeuge.

Barbara Kappels 9 Jahre älterer Ehemann Joachim ist ein Freund von Thomas Prinzhorn und auch von KH Grasser, darüberhinaus war Barbara Grassers Pressesprecherin. Wie sehen nun die geschäftlichen Verbindungen zwischen Thomas Prinzhorn, unserem feschen Finanzminister und dem Ehepaar Kappl/Kappel aus?

Eine der ersten Aktionen von Finanzminister Grasser im Frühjahr 2000 war die Neubesetzung des ÖIAG-Aufsichtsrates.
Die oben genannten Personen etablierten dabei folgendes Netzwerk:.

Joachim Kappl ist der österreichische Geschäftsführer der Personalberatungsfirma "Egon Zehnder International GmbH" Arndtstrasse 15; 60325 Frankfurt, die im Auftrag des damals frischgebackenen Finanzministers KH Grassers "objektiv" nach dem neuen Vorstand der Verstaatlichten-Holding ÖIAG suchte, Kostenpunkt für das Service: 138.078 Euro.

Joachim Kappl wählte zehn Aufsichtsräte für die ÖIAG aus, die zufällig einen Freundeskreis von Thomas Prinzhorn repräsentierten. Alles objektiv, versteht sich.
In den Medien wurde dieser Personenkreis als "Verein der Freunde Prinzhorns", "Friends of Prinzhorn" oder "FOP" bezeichnet.
www.hamburger.eu.com hat dazu berichtet.

Der Rechnungshof hält fest, die Ausschreibung des Finanzministeriums habe nicht den vergaberechtlichen Vorgaben entsprochen.
Der Preis der Personalberatungsfirma Zehnder lag um 27,8 Prozent über dem Zweitgereihten, es hätte außerdem kein offenes Auswahlverfahren gegeben.

Wenn nun Thomas Prinzhorn (FPÖ), KH Grasser und Joachim Kappl alias Kappel ein derartiges, nicht ganz astreines Netzwerk aufbauen, wie kann FPÖ-Spitzenkandidat Strache Finanzminister Grasser öffentlich angreifen, wenn doch Barbara K. seine Spitzenkandidatin werden soll, demzufolge alle zusammenarbeiten?

Dazu die Kronen Zeitung in "Nachgefragt"
Wie beurteilen Sie Herrn Straches kämpferische Haltung gegenüber Finanzminister Grasser zum Beispiel in der Homepage-Affaire?
Bargara Kappl alias Kappel:
"Herr Strache muss als Oppositionsführer Punkte sammeln, das funktioniert wie in der Werbung. Nicht alles wird so heiß gegessen wie es gekocht wird."

Detail am Rande: Als in Zusammenhang mit den von Kappel initiierten Bestellungen Unvereinbarkeiten aufschienen, stellte ausgerechnet der ÖVP-nahe Jenewein fest: "Die Prüfung der Unvereinbarkeiten ist die wichtigste Aufgabe des Personalberaters - Joachim Kappl."

Gottseidank sind derartige Verfilzungen auf lokalpolitischer Ebene, zumindest in Pitten und Seebenstein, undenkbar.

 

Quelle: Kronen Zeitung Sonntag, 13. August 2006

In der Zeitschrift Profil heisst die Büroleiterin von Thomas Prinzhorn und zukünftige Spitzenpolitikerin Barbara Kappl (ohne "e"), in der Kronen Zeitung bei Nadia Weiss Barbara Kappel (mit "e").
Diese Ungereimtheit zieht sich durch alle uns zur Verfügung stehenden Dokumente.

2 Tage anch Erscheinen des doppelseitigen Interviews relativiert Strache die politischen Ambitionen von Prinzhorns Büroleiterin im Mittagsjournal auf Ö1. Es handle sich bei den Statements Kapp(e)ls um "eine Privatmeinung."

 

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