11.9.2006 Kurier/Kronen Zeitung, update 17.9. und 21.9. (Schalle-Slougovc)

Nachdem Prinzhorns Büroleiterin Barbara Kapp(e)l trotz einer großangelegten Kronenzeitungs-Promotion-Kampagne vom zweiten Listenplatz für das BZÖ abgeblitzt ist, zieht Prinzhorn-Intimus Peter Westenthaler, geb. Peter Hojac, für sein BZÖ einen Überraschungskandidaten aus dem Hut.

Es handelt sich um Veit Schalle, der laut Westenthaler-Hojac "Schwung für die Bewegung" bringen soll.

Der passende Sloagan zum Schwung: "Ja! Natürlich!"

Lesern unserer Seite ist der ehemalige REWE Chef (BILLA, Merkur, BIPA uvm.) und Stiftungsrat der Prinzhorn-Stiftung bestens bekannt.

Ex-Konzernchef Schalle fiel in der Vergangenheit vor allem mit beinharter Niedriglohnpolitik und mächtigem Preisdruck auf, den er auf produzierende Klein- und Mittelbetriebe Österreichs ausübte. Er fühlt sich nunmehr berufen, diese Klein- und Mittelbetriebe politisch zu vertreten, um sie als deren Führer aus der Misere zu bringen.

Dass der deutsche Konzern Billa-Rewe etwas gegen die Verwendung des Sloagans haben könne, glaubt Westenthaler-Hojac nicht. "Ja!, natürlich!" sei eine gängige Redewendung. Schalle ergänzte, das Markenzeichen sei (ja!) nicht dabei. Eine der Forderungen des pensionierten Managers und Politik-Quereinsteigers ist eine sogenannte "business tax" von 25% für Kapitalunternehmen, die Erhebung der Meinungsfreiheit in der Kunst in den Verfassungsrang und die Abschaffung der Erbschaftssteuer. Die ersten beiden Forderungen sind sinnlos weil sie bereits genauso erfüllt sind, die letzte Forderung des 62 jährigen und vermögenden Schalle hingegen deckt sich mit der ÖVP.

Seinen Einstieg in die Politik begründet Schalle mit seiner Freundschaft zu Jörg Haider und damit, dass beide vor allem in der Slowenen-Frage auf der gleichen Linie liegen. Slowenen würden permanent schreien und immer neue Forderungen stellen. In Kärnten, so Schalle, hätten selbst österreichische Vorzugsschüler nicht ins Gymnasium kommen können. "Ein Slowene hat aber mit drei Fünfern einen Platz im Gymnasium bekommen."

Ob Veit Schalle dabei von sich selbst spricht, konnten wir nicht verifizieren, möglich wäre es aber schon: Veit ist nämlich mit dem gar nicht so deutschen Namen Slougovc in Ruden geboren. Erst sein Stiefvater aus Tainach gab ihm den deutschen Namen Schalle. Gelernt hat Schalle-Slougovc im Lebensmittel-Geschäft Slougovc bei seinem Onkel in St. Kanzian. Cousin Michael Slougovc war Bezirks-Kammervertreter der slowenischen Bauern und Großcousin Gregor 15 Jahre im Gemeinderat auf der slowenischen Wirtschaftsliste.

Schalle-Slougovc und Westenthaler-Hojac sind sich jedenfalls einig: Slowenen und Ausländer haben müssen daran gehindert werden, die Macht in Österreich zu ergreifen!

Der Name seiner neuen Partei, das "Bündnis Zukunft Österreichs" (und nicht "Bienen-Züchterverband Österreichs", wie Satiriker anlässlich seiner Gründung witzelten) bereitet Schalle-Slougovc offensichtlich noch Probleme. Er sprach in seiner ersten Pressekonferenz mehrmals von "der BZÖ."

Der REWE Konzern ist indes nicht sonderlich erfreut darüber, dass seine Bio-Produktkette mit dem rechtsnationalen politischen Spektrum Österreichs in Verbindung gebracht wird und hat Anwälte eingeschaltet, die Hojac-Westenthaler und Schalle-Slougovc Nachhilfeunterricht über das (derzeit noch) geltende österreichische Recht geben sollen.
Die Anwälte der Selbstbedienungskette Rewe haben inzwischen erreicht, dass Veit Schalle-Slougovc zwar mit "Ja!", jedoch ganz ohne "natürlich" an den deutsch-nationalistischen Wählerkonsument gebracht werden soll.

Westenthaler-Hojac ist übrigens auch noch nicht lange Kandidat der ersten deutschnationalen Bewegung der Repubik, die es geschafft hat, ohne demokratische Wahlen ins österreichische Parlament einzuziehen und die sich nach aussen hin als Gegengewicht zur FPÖ Haiders und Prinzhorns darstellt.

Am 27. August 2005 im "Kurier" sagte jedenfalls der nunmehr im Magna-Steyr-Konzern Frank Stronachs angestellte Manager Westenthaler-Hojac, dem ÖVP Liese Prokop im August 2006 "mangelnde Handschlagqualität" attestierte:
"Ich werde das BZÖ mit Rat und Tat unterstützen. Eine Kandidatur ist aus heutiger Sicht kein Thema."

Am 16. Mai 2006 im ORF-Radio Kärnten gab dann Hojac-Westenthaler, zu diesem Zeitpunkt Vorstand der österreichischen Fußball-Bundesliga, folgende sportliche Auskunft:
"Ich bin momentan auf keinerlei Mannschaftsaufstellung vorgesehen."

Vielleicht hat er sich dabei nur auf eine Aufstellung innerhalb unserer hoffentlich nicht mehr lange schwächelnden Fussball-Nationalmannschaft bezogen, denn 4 Tage später, am 20. Mai 2006 sagte er zur "Krone" (Abendausgabe)
"Ja, ich bin bereit und werde als Spitzenkandidat des BZÖ bei der Wahl im Herbst antreten."

Zum Doppelnamen: Peter Westenthaler, geb. Hojac (* 6. November 1967 in Wien) ließ seinen ursprünglichen (tschechischen) Familiennamen auf den Mädchennamen der Mutter ändern.


(c) Reuters/Kurier 10.9.2006
(c) DiePresse 12.9.06

 

 

 

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