14.11.2006

Villa Kunterbunt - Gegenwärtige Verbrennung von Restfasermüll weiterhin ungeklärt

Am 11.7.2006 wurde an die Gemeinde Pitten die einfache "JA-NEIN" Frage gestellt, ob die Verbrennung von Restfasermüll in Pitten und Seebenstein rechtmässig und ohne Gefahr für die Umwelt erfolgt.

Zu berücksichtigen war laut dieser einfachen Anfrage insbesonders, dass im Lauf der letzten 10 Jahre täglich das 6-fache der behördlich genehmigten Menge an schwermetall- und chlorbelastetem Restfasermüll verbrannt wurde.

Bürgermeister Moraw antwortete prompt. Nämlich, dass die Gemeinde nicht zuständig sei.
Er leitete die Anfrage an die BH Neunkirchen als bescheidgebende Behörde weiter.

Diese beantwortete die Frage drei Monate später am 12.10. folgendermassen:

Aha.
Also muss man erst Messungen durchführen um sagen zu können, ob das Emissionsverhalten durch die Übertretung "erheblich nachteiligt beeinflusst wird."

Eine einfache Überschlagsrechung zeigt, dass das geänderte Emissionsverhalten zusätzlich mindstens 19,3 t SO2, 72,7 t NOx, und 1,5 t HCl, also mindestens 93,5 t an säurebildenden Substanzen ohne besondere Genehmigung bringt, dazu 850 kg Staub unbekannter Zusammensetzung. Dioxine und Furane, hochgiftige Schwermetalle und gefährlicher Feinststaub wurden nicht gemessen und fallen in dieser Rechnung erst gar nicht an. Sollten Sie jemals im Bezirk Neunkirchen Schwierigkeiten bekommen, weil sie in ihrem Garten organisches Material verbrennen, empfehlen wir ihnen, einen Ausdruck dieser Seite vorzuweisen. Siehe dazu auch unseren Artikel "Überschlagsrechnung"

"Bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Messungen kann daher nicht festgestellt werden..."

Dies steht natürlich in einem gewissen Widerspruch zum Fazit des derzeit gültigen Bescheides über die Verbrennung von Restfasermüll in Pitten und Seebenstein aus dem Jahr 1992:

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Die Bezirkshauptmannschaft hat aber noch eine andere, durchaus einleuchtende Begründung, warum die Frage nicht beantwortet werden kann, ob die Restfaser-Müll-Verbrennung der letzten 10 Jahre rechtmässig und gefahrlos für die Menschen und Umwelt verlaufen ist.

"Bei dieser Messung müssen auch Parameter berücksichtigt werden, die von der ständigen Abgasmessung nicht erfasst sind."

Es wurde also in den letzten 14 Jahren nichts gemessen um diese einfache und doch vitale Frage beantworten zu können.

Doch nicht nur die entsprechenden Messungen fehlen offenbar seit über einem Jahrzehnt, auch sonst erinnert alles irgendwie an Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt. Die Behörden zu diesem Punkt:

"In den jährlich vorgelegten Emissionserklärungen der W. Hamburger GmbH (vormals W. Hamburger AG) wurde die Menge des jährlich mitverbrannten Klärschlamms teilweise irrtümlich manchmal in Nass- und manchmal in Trockensubstanz angegeben, sodass zur Zeit eine genaue Angabe der verfeuerten Tonnen Klärschlamm nicht möglich ist." link -->

 

 

 

 

 

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