15.11.2006

Nicht ganz ernst gemeint?

Nachdem sich die sachverständigen Beamten der überprüfenden Behörde nicht im Klaren sind, ob die erhöhte Menge an verbrannten Restfasermüll im Wirbelschichtofen von Hamburger Auswirkungen auf die Umwelt haben, wollen wir die Gelegenheit nutzen mit einer kleinen Überschlagsrechnung diese mengenmäßig darzustellen.

Die tatsächliche Menge an verbrannten Restfasermüll betrug im Ermessungszeitraum 2005-2006 ca. 59 000 Tonnen.
Werden von dieser Summe 11 800 t (im Bescheid genehmigt) abgezogen, so ergibt dies eine
Menge von 47.200 t.

Bei der Verbrennung von einer Tonne Müll entstehen ca. 5 000 m3 Rauchgas.

Multipliziert man nun diese Rauchgasmenge mit der Menge an Restfasermüll, die bescheidmäßig womöglich nicht genehmigt sind, erhält man ein zusätzliches Rauchgasvolumen von ca. 236.000.000 m3.

Dieses zusätzlich emittierte Rauchgasvolumen enthält hochgerechnet mit den Durchschnittskonzentrationen aus den veröffentlichten Emissionsdaten folgende Mengen an zusätzlich emittierten Schadstoffen:

Schwefeldioxid SO2 min. 19,3 t
Stickoxide NOx min. 72,7 t
Chlorwasserstoff HCl min. 1,5 t

.... ergibt eine Summe an Säure bildenden Substanzen von min. 93,5 t
.... zusätzlich werden noch min. 850 kg Staub emittiert.

Es muss leider angemerkt werden, dass in dieser groben Schätzung der emittierten Schadstoffe die hochgiftigen organischen Verbindungen wie Dioxine und Furane, hochgiftige Schwermetalle und gefährlicher Feinststaub nicht beachtet wurden.

In diesem Zusammenhang davon zu sprechen, dass angesichts der langfristig gesteigerten Restfasermüllverbrennung nun Messungen erhoben werden soll, ob und in wie weit die Mehrmenge an verbrannten Fasermüll die Umwelt beeinträchtigt, ist erstaunlich.

Das Beharren von Mitgliedern eines besorgten Bürgerbeirats aus Pitten und Seebenstein auf ihre gesetzlichen Rechte und das Insistieren auf Information scheint die BH Neunkirchen aus einer Art Dornröschenschlaf gebracht zu haben.

Das nunmehr vorgebrachte Argument, der belastete Restfasermüll wäre seit 1992 -

"teilweise irrtümlich manchmal in Nass- und manchmal in Trockensubstanz angegeben, sodass zur Zeit eine genaue Angabe der verfeuerten Tonnen Klärschlamm nicht möglich ist"

ist einmal mehr ein Grund, zumindest im letzten Jahrzehnt eine Art behördlichen Stillstand wahrzunehmen. (Quelle)

Dazu ein Statement des aus altersgründen scheidenden Bezirkshauptmanns von Neunkirchen -- völlig aus dem Zusammenhang gerissen und daher --


copyright Bote aus der Buckligen Welt, 13.11.2006

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