Dem Verein APFEL ist zu verdanken, dass eine seit dem Jahr 2000 anwachsende Restfasermüllverbrennung in Pitten von den Behörden zur Kenntnis genommen wurde und eingeschränkt werden musste. Laut Bürgermeister Moraw sei diese derzeitige Müllverbrennung schlimmer als alles, was noch dazukommen kann.

Zur Befangenheit des Bürgermeisters und Teilzeitgegners gegen die Müllverbrennung lohnt sich ein Blick in die NÖ Gemeinderatsordnung:

§ 50 ­ Befangenheit

(1) Der Bürgermeister und die Mitglieder der Kollegialorgane sind von der Beratung oder Beschlussfassung über einen Verhandlungsgegenstand wegen Befangenheit ausgeschlossen:

1. in Sachen, an denen sie selbst, der andere Eheteil, ein Verwandter oder Verschwägerter in auf- oder absteigender Linie, ein Geschwisterkind oder eine Person, die noch näher verwandt oder im gleichen Grad verschwägert ist, beteiligt sind;
2. in Sachen ihrer Wahl- oder Pflegeeltern, Wahl- oder Pflegekinder, ihres Mündels oder Pflegebefohlenen;
3. in Sachen, in denen sie als Bevollmächtigte einer Partei bestellt waren oder noch bestellt sind;
4. im Berufungsverfahren, wenn sie an der Erlassung des angefochtenen Bescheides in unterer Instanz mitgewirkt haben;
5. wenn sonstige wichtige Gründe vorliegen, die geeignet sind, ihre volle Unbefangenheit in Zweifel zu setzen.

Als Befangenheit kommt hier gemäss dem Artikel in der NÖN nur Punkt 1, "verwandt oder verschwägert" in Frage.
Zu diesem Thema hat BGM Moraw pikanterweise am 22.11.2007, also ein halbes Jahr davor, in seinen amtlichen Mitteilungen folgende Notiz veröffentlicht:

Mit Kontra-Versen sind keine Gegengedichte in Versform gemeint sondern "Kontroversen" zwischen der Betreiberin und Gegnern der Müllverbrennung.

Da sich Bgm Moraw in seiner amtlichen Mitteilung als nicht verwandt bezeichnet hat bleibt also nur Punkt 5 der Gemeinderatsordnung als möglicher Grund zur Befangenheit: "sonstige wichtige Gründe".
Dies wäre dann die Beteiligung des Bürgermeisters am Müllprojekt.
Immerhin ist er zum Zeitpunkt seiner Befangenheit noch Geschäftsführer der finnischen Planungsfirma.

Seiner Aussage nach hat er die Anlage nur deshalb für Pitten zwei Jahre vor seiner Wahl zu planen begonnen um "einen Informationsvorsprung" zu erhalten und die Gemeinde somit vor der Müllverbrennung zu bewahren. Es soll aber inzwischen einige Mitglieder der Gemeinde geben, die Aufgrund seines Verhaltens an der Glaubwürdigkeit dieser Argumentationskette zu zweifeln beginnen.
Mitglieder des von ihm selbst initiierten Bürgerbeirats hatten überdies angefragt, ob Amtsträger der Gemeinde an dem Müllverbrennungsprojekt finanziell beteiligt sind. Günter Moraw wies dies entschieden zurück.
Er kommt aus der derzeit boomenden Energieindustrie.