13.8. 2008 Bezirksblatt Wiener Neustadt
Müllverbrennung zu nahe bei der Asia-Therme?
BAD ERLACH/PITTEN/SEEBENSTEIN. Die Asia-Therme präsentiert sich von ihrer schönsten Seite und verheißt eine Aufwertung für die gesamte Region. Und während ÖVP-Nationalrat Bgm. Hans Rädler auf der einen Seite die Schönheit der Therme betont, protestieren er und seine Bürgermeisterkollegen gegen die geplante Müllverbrennungsanlage von Hamburger, nur einen Steinwurf von dem Wellness-Tempel entfernt.
Und das Projekt wird immer konkreter. Es liegt derzeit in den Gemeinden Pitten und Seebenstein bereits zur Einsicht auf (die Bezirksblätter berichteten). Kann es eine problemlose Co-Existenz von Therme und Müllverbrennungsanlage geben? Seitens der „Arbeitsgemeinschaft Pittental Für Einwandfreien Lebensraum“, kurz „A.P.F.E.L“ wird dies klar verneint. Die Obfrau des Vereines, Brigitta Moraw sammelt bereits eifrig Unterschriften gegen das umstrittene Projekt. Moraw: „Es gibt A.P.F.E.L und die Bürgerinitiative „PRO SEEBENSTEIN“. Wir werden aber auch noch in die Nachbargemeinden gehen, vielleicht mit einer anderen Bürgerinitiative. Pittens Umwelt-GR Werner Moidl hat unabhängig von uns auch eine Liste zur Unterschrift verschickt.“
A.P.F.E.L‘s düstere Vorahnung
Für den Fall, dass die Müllverbrennungsanlage kommt, sei damit noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Brigitta Moraws Vorahnung: „Es gibt ein Riesen-Unternehmen namens ASH DEC, das Dünger aus Klärschlamm-Asche herstellt. Diese Klärschlamm-Asche ist hochgiftig. Der Aufsichtsratsvorsitzende heißt Gerald Prinzhorn. Die ASH DEC kontaktiert die Betreiber bestehender und gerade in Planung befindlicher Verbrennungsanlagen als potenzielle Partner und Kunden. Die ASH DEC Systemanlagen werden dezentral bevorzugt in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer bestehenden Verbrennungsanlage errichtet. Außerordentliche Synergien ergeben sich durch den gemeinsamen Betrieb beider Anlagen.“Besonders befremdend findet Moraw, dass unter „Anlagen“ der ASH DEC 5 Anlagenprojekte, die durch Vorverträge gesichert sind, genannt werden. Die A.P.F.E.L-Obfrau: „Alle sind mit Städte-Namen angeführt, außer „einem Standort in Österreich“. Warum nennt man diesen nicht? Wenn es einen Vorvertrag gibt, muss der Standort bekannt sein“.
Die Bezirksblätter hakten bei der ASH DEC nach. Waltraud Hermann meinte stutzig: „Ich weiß nicht, auf welche Informationsquelle Sie sich beziehen, aber die Erklärung ist ganz einfach. Die Information über einen Standort einer ASH DEC Anlage in Österreich ist noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.“
Kurios: Die Standortauskunft ist auf der ASH DEC-Homepage nachzulesen. Darauf angesprochen meinte Hermann: „Ich weiß, dass es auf unserer Homepage steht, aber es hätte ja sein können, dass Sie auch andere Unterlagen zur Verfügung haben. Alle Projekte - ob im Inland oder im Ausland - haben auf unsere Pilotanlage gewartet, die am 25. Juni in Leoben eröffnet wurde. Wir beschäftigen uns mit Klärschlammasche und unser Projekt in Österreich hat nichts mit dem Pittental zu tun.“