Müllvermeidung
Die Wohlstandsgesellschaft der westlichen Industriestaaten lebt im Überfluss. Mit jedem Einkauf handelt man sich neben einem Produkt (Lebensmittel, Möbel, Kosmetika, Elektrogeräte...) eine Menge hochwertiger Kunststoffe oder Papiere sprich: hochwertigen Müll ein. Es ist schwierig ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach, doppelt oder dreifach, eingepackt/eingemüllt ist.

Neben den Verpackungsmaterialien landen
auch häufig die erworbenen Produkte im Müll. Orginalverpackte
Lebensmittel, Produkte deren Überkarton im Handel beschädigt
wurden, oder deren Mindeshaltbarkeitsdatum überschritten
wurden, falsch ettiketierte Waren...finden den Weg in die Mülltonne.
Die im Abfall enthaltenen Stoffe Altpapier, Altglas, Altkunststoffe
und Altmetalle und deren Recycling (stoffliche Verwertung) tragen
einen wesentlichen Anteil zur Umweltentlastung.
Unter Abfallvermeidung werden alle Maßnahmen verstanden,
die ein Entstehen von Abfällen bereits bei der Produktion,
bei deren Verteilung, bei deren Nutzung und bei deren Entsorgung
im Haushalt oder Betrieb verhindern.
Abfälle entstammen aus privaten Haushalten, aus Handel und Industrie, oder öffentlichen Einrichtungen. Abfallvermeidungskonzepte können in privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Bereichen entstehen.
Die riesigen Berge an Konsumabfällen können zB. durch
Verzicht auf bestimmte Produkte bzw. deren Verpackungen
längere Nutzung
Wiederverwendung von Produkten
Ersatz von Produkten durch alternative oder umweltverträglichere Produkte vermieden werden.
Um große Gewinne einzufahren werden
Produkte mittlerweile so konzipiert, sodass ihre Nutzungsdauer
zeitlich sehr beschränkt bleibt.
Autos, Mobiltelefone, Möbel, Kleidungsstücke ... was
zu lange seinen Zweck erfüllt ist für die Produzenten
und Verkäufer wirtschaftlich unrentabel. Einige Produzenten
von Consumer-Produkten beschäftigen heute Abteilungen, die
zeitlich fein abgestimmte Sollbruchstellen in den Produkten entwickeln.
Die Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten trägt hingegen zur Abfallvermeidung bei. Ein verfrühter Kauf eines neuen Produktes und die damit verbundene Entsorgung des alten Produktes, sowie der Verpackungsmaterialien des neuen Produktes schaffen eine Menge Abfall.
"Ein langlebiges Produkt, welches
doppelt so lange genutzt wird wie ein vergleichbar kurzlebiges
Produkt, verringert den Ressourcenverbrauch und die entstehenden
Abfälle um 50%"
Lechner Peter (Hg.). Kommunale
Abfallversorgung. Facultas Verlags- und Buchhandels AG, Wien.
2004. S253
Abfallvermeidung und Abfallverwertung in betrieblichen Produktionsprozessen werden in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen durchgeführt. Die intensive Nutzung von Rohstoffen wie zB. innerbetriebliche Rückgewinnungsverfahren führen zu ökonomischen Vorteilen und ziehen dabei häufig ökologische Vorteile nach sich.
Abfallvermeidung und Abfallverwertung in Betrieben geschieht aufgrund gesetzlicher Vorgaben, Richtlinien der EU, oder freiwilliger Basis (Umweltmanagementsysteme/UMS). Eine gesetzliche Vorgabe ist zB. das sogenannte Abfallwirtschaftskonzept, das Art, Menge, Herkunft und Verbleib aller Abfälle im Betrieb dokumentiert, sowie sämtliche Maßnahmen zur Abfallvermeidung beeinhaltet.
Die Ökobilanzierung von Produkten bedeutet, dass ein Produkt während aller Prozesse (Rohstoffgewinnung - Rohstoffverarbeitung - Produktherstellung - Anwendung - Entsorgung Abfall-, Abwasser- und Abluftbehandlung - Recycling) die es durchläuft, umfassend umweltverträglich ist.
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Lechner Peter (Hg.). Kommunale Abfallversorgung. Facultas Verlags- und Buchhandels AG, Wien. 2004
