Ziegelwerk Lafarge: Fluorschäden in Apfelberg (Stmk.) als Bioindikation

Das Ziegelwerk der Firma Lafarge befindet sich in der Gemeinde Apfelberg bei Knittelfeld. Die Anlage liegt am südöstlichen Rand des Aichfeldes und ist östlich, südlich und westlich von Fichtenwäldern umgeben.

Das Aichfeld ist von kontinentalem Klima, sowie häufigen und stabilen Inversionslagen geprägt. Die vorherrschende Windrichtung ist West - Nordwest.

Chronologie der Fluorschäden:

Die ersten Erhebungen wurden 1985 durchgeführt, wobei keine Fluorbelastung festgestellt wurde.

1989 ergaben weitere Untersuchungen eine bis zu vierfache Überschreitung des forstlichen Fluorgrenzwertes. Ab 1990 konnte dann nur noch eine geringe Belastung eruiert werden.

Ab 1993 wurde das Lokalnetz nicht mehr beerntet, das Ziegelwerk wurde großzügig umgebaut und ab 1995 erfolgte eine stetige Zunahme der Produktion.

1996 wurden Fluorschäden an Fichtennadeln (Rotfärbung der Nadeln von den Triebspitzen ausgehend) in der Nähe des Ziegelwerkes entdeckt.

Behördlich wie auch werksintern wurden daraufhin Emissionsmessungen durchgeführt, die keine Grenzwertüberschreitung ergaben.

Von der Behörde wurde folglich ein Verfahren zur Feststellung des Verursachers forstschädlicher Luftverunreinigung nach dem Forstgesetz eingeleitet.

Auswahl der Probebäume:

In Abhängigkeit von Topografie und Hauptwindrichtung sollen entlang von Linien Abstufungen der Schädigung festgestellt werden können. Da in der Nähe ausser dem Ziegelwerk kein anderer Emittent zugegen ist, wurde jenes als Ausgangszentrum der Emission angenommen.

Die Untersuchung zur Belastungsfestellung bzw. zur Erforschung der Ursache des Absterbens ganzer Bäume wurde mittels Bioindikation durchgeführt. Zur Herbstzeit wurden Fichtennadeln des 1. und 2. Nadeljahrganges im 6.- 7. Astquirl von den Bäumen entnommen, getrocknet und auf ihren Schadstoffgehalt hin untersucht.

Die ersten Untersuchungen ergaben für alle Probebäume Grenzwertüberschreitungen bei Fluor, weshalb das Probenetz vergrößert wurde. Die Schadensfläche wurde auf 130 ha (später auf 300 ha) geschätzt. Zur Kontrolle wurde auch auf Schwefelschäden hin analysiert und es ergaben sich ebenfalls deutliche Grenzwertüberschreitungen.

Die deutliche Belastungsabnahme von werksnahen zu werksfernen Fichten (Prallhangsituation ausgenommen) entlang aller Profile erklärte das Ziegelwerk eindeutig als Verursacher der Waldschädigung.

Während des Verfahrens zur Verursacherfeststellung der Bezirkshauptmannschaft Knittelfeld wurde zur künftigen Beweissicherung das Bioindikatornetz für 8 Probebäume auf unbestimmte Zeit verlängert.

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vgl. Das Land Steiermark. Amt der steiermärkischen Landesregierung. Fachabteilung für das Forstwesen.

Zusammengestellt von Landesforstinspektion Steiermark - Referat Forstschutz. Mai 2001

 

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