Update vom 26.1.2006.
Das von der Hamburger-Mosburger-Dunapack Gruppe beauftragte und
bezahlte Institut
Retzl arbeitete bis Dienstag, 24.1.2006 im Rahmen seines "Projekt-Umfeld-Managments"
mit einem
von Bürgermeister Dr. Moraw und dem Gemeinderat eingesetzten
Bürgerbeirat.

Für Sitzplan bitte das Bild
anklicken
Am 24.1.2006 traten nun die offiziellen
Vertreter der Hamburger Gruppe aus dem Beirat zurück. Der
verbliebene Bürgerbeirat ist eine durchwachsene Mischung.
Ein Teil der Mitglieder ist tendenziell eher für das Projekt
sind (selbstverständlich unter Einhaltung der gesetzlichen
Vorschriften). Die zweite Gruppe besteht aus Bürgern, die
gegen Müllmitverbrennung aber neutral zu Müllverbennung
eingestellt sind. Die dritte Gruppe besteht aus Bürgern,
die eher dazu neigen gegen eine Müllverbrennung im Pittental
zu stimmen oder die zumindest für die Anwendung strengstmöglicher
Auflagen sind. Die "Forderungen", die auf dieser www.hamburger.eu.com
zu finden sind, umreißen ihre Position.
Sie alle vereint die Position von BGM Dr. Moraw: "Dennoch
ist das Projekt kritisch auf zusätzliche Belastungen
hin zu prüfen - die Wirtschaftlichkeit der geplanten Anlage
kann für die Gemeinde Pitten sicher nicht im Vordergrund
stehen."
Bürgermeister Dr. Moraw hat ursprünglich verlautbart, daß er sich in den Beirat nicht einbringen will, war allerdings bis jetzt bei allen formellen und informellen Sitzungen anwesend. Wenn die anderen Bürgermeister mitmachen, so Moraw, wäre er auch dabei. Bürgermeister Walter Endl war bis jetzt zwei mal zugegen. Ob die beiden Bürgermeister nun Mitglieder des Beirats oder der am 24.1. neugegründeten "Dialogplattform" sind, ist unklar, beide finden sich auf der Verteilerliste, genauso wie auch Alfred Filz, der Bürgermeister von Schwarzau. Dieser möchte allerdings laut seiner persönlichen Aussage lediglich als Beobachter teilnehmen. Abgeordneter zum Nationalrat und Bürgermeister Johann Rädler (Erlach) wird sowohl am Beirat als auch an der Dialogplattform nicht teilnehmen.
Das Kommunikationsinstitut Retzl scheint
ab jetzt nur mehr den Dialog zwischen dem Bürgerbeirat und
der Hamburger Gruppe moderieren zu wollen.
Gespräche von Vertretern der Hamburger Gruppe und dem Bürgerbeirat
werden in Zukunft "Diskussionsplattform" genannt.
Es ist zu erwarten, daß die Seite der Hamburger Gruppe in
dieser Diskussionsplattform personell aufgestockt wird.
Der Bürgerbeirat selbst verbleibt gegenwärtig ohne professionelle
Moderation von außen und unter der Leitung von UGR DI Werner
Moidl. Aufgrund der ideologischen Durchmischung seiner Mitglieder
wird er möglicherweise keine kraftvollen Beschlüsse
fassen können. Dies ist nicht weiter problematisch, Aufgabe
des Beirat ist primär der Nachweis einer Bürgerbeiteiligung
seitens der Projektwerberin ohne einen weiteren rechtlichem Status
zu besitzen. Der Vorteil der Gemeinde liegt darin, daß interessierte
Bürger eine Chance haben, sich über Details des Projekts
aus erster Hand zu informieren. Der Vorteil für die Hamburger
Gruppe liegt darin, daß allfällige Problemzonen rechtzeitig
angesprochen werden und eine Umweltverträglichkeitsprüfung
nicht verzögert wird.
Allgemein ist zu bemerken, daß den
Behörden im Rahmen der Umwelverträglichkeitsprüfung
eine Bürgerbeiteiligung nachzuweisen ist und daß ein
Bürgerbeirat als Beweis dieser Beteiligung von einer Projektwerberin
herangezogen werden kann und wird.
Die Fragen kritischer Mitglieder können helfen, im Vorfeld
der Einreichung Verfahrensfehler zu erkennen und zu vermeiden.
Dies mag für beide Seiten ein Vorteil sein, insbesonders
für jene, die an einer schnellen Beendigung des Prüfungsverfahrens
interessiert sind. Als allgemein anerkannt gilt, daß ein
reibungsloser Dialog mit den beteiligten Parteien hilft, ein Genehmigungs-Verfahren
zu beschleunigen und daß Konflikte mit der Bevölkerung
zu vermeiden sind. In den beeindruckenden Farbprospekten des Institut
Retzl wird erläutert, wie "Reibungsverluste im Projektumfeld"
nach Retzl minimiert werden können.
Ob die Verbrennung von Müll in Pitten
im Gemeinwohlinteresse liegen kann wird an anderer Stelle hinterfragt,
dazu existieren verschiedene Standpunkte und Interessensumfelder.
Sicher erscheint, daß sie im finanziellen Interesse der
HMD-Gruppe und ihrer Befürworter ist.
