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08.02.2002
Estag-Tochter baut Müllverbrennungsanlage in der Obersteiermark
Verbrennung "ungefährlicher Abfälle" soll Energieversorgung der Papierfabrik Brigl & Bergmeister in Niklasdorf garantieren

 
Niklasdorf. Die Errichtung der Thermischen Reststoffverwertungsanlage Niklasdorf (TRN) wird Anfang März nach achtjähriger Vorbereitungszeit beginnen. Das teilte am Freitag in Niklasdorf Herbert Dittmann, der Geschäftsführer des Errichters und Betreibers Enages, eines Tochterunternehmens der Energie Steiermark Holding AG (Estag), mit. Mit der erzeugten Energie der Anlage soll die Versorgung der Papierfabrik Brigl & Bergmeister (B&B) gewährleistet werden. Die Errichtung kommt auf rund 55 Mill. Euro (757 Mill. S). Pro Jahr sollen laut Enages rund 100.000 Tonnen "ungefährlicher Reststoffe" verbrannt werden.

Man habe alle Instanzen durchlaufen, nun könne das Projekt in zweijähriger Bauzeit abgewicklet werden, so Enages-Geschäftsführer Dittmann. Errichtet werde die Anlage von Siemens, mit der Inbetriebnahme wird im Herbst 2003 gerechnet. "Mit Jahresbeginn 2004 kann dann die Aufnahme des regulären Betriebs erfolgen", erklärte Dittmann. Die Anlage werde die modernste Müllverbrennungsanlage ihrer Art in Österreich sein, hiess es von Seiten der Enages. Es handelt sich dabei um eine Wirbelschichtanlage mit integrierter Rauchgasreinigung und Abwasser-Behandlung. Dampf und Strom sollen durch die Verbrennung von Reststoffen und Abfällen importierte fossile Energieträger ersetzen, so die Enages. Die Anlage besitzt den Betreibern zu Folge einen Wirkungsgrad von 75 Prozent.

Zur Verbrennung kommen Rückstände aus der Altpapierverwertung und der Papierproduktion, weiters Verpackungsmaterialien, Althölzer und Baustellenabfälle. Zugesetzt werden auch Klärschlämme und Teilfraktionen aus mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen. Ein weiteres Verbrennungspotenzial wird bei Teilfraktionen aus Gewerbe- und Hausmüllsortieranlagen geortet. Der Geschäftsführer von Brigl & Bergmeister, Alfred Eberhardt und sein Enages-Kollege Dittmann zeigten sich überzeugt, dass die Investition die Arbeitsplätze in der Papierfabrik langfristig absichere: Man stelle mit dem Projekt eine moderne, zukunftsweisende Abfallwirtschaft in der Steiermark sicher. Die TRN entspreche den höchsten ökologischen Anforderungen. Sie gewährleiste weiters "zumindest für einen Teil der steirischen Abfälle die Einhaltung der Deponieverordnung, die mit Jahresbeginn 2004 in Kraft trete, so Dittmann.

Die Anteile an der Energie- und Abfallverwertungs GmbH (Enages) werden zu 80 Prozent von der Steirischen Abfallverwertungs GmbH (AVG) sowie zu je zehn Prozent von der Gemeindebetrieb Frohnleiten GesmbH (GFG) sowie der Umwelt- und Entsorgungstechnik AG (UEG) in Neuseiersberg bei Graz gehalten. Die AVG wiederum ist eine hundertprozentige Tochter der Energie Steiermark Holding AG (Estag). Die GFG führt die grösste steirische Mülldeponie auf dem Dürrnberg (Bezirk Graz Umgebung). Die UEG ist in allen Sparten der Abfallwirtschaft österreichweit tätig. Im Jahr 200 verzeichnete sie einen Umsatz von 43,6 Mill. Euro (600 Mill. S) bei einem EGT von zwei Mill. Euro (27,5 Mill. S).(apa) (Quelle)




Graz, am 8. Februar 2002
Müllverbrennung Niklasdorf: Proteste sollten weitergehen

Die Proteste der Bevölkerung gegen den Bau der Müllverbrennungsanlage in
Niklasdorf sind berechtigt. Sie sollten auch nach dem Spatenstich
weitergehen. Ein Hinnehmen des angeblich Unvermeidlichen wird nur dazu
führen, dass sich die Region um Leoben zu einer Müll-Landschaft entwickelt.
Das stellte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Freitag
fest. Er verwies darauf, dass sich die Mülldeponie am Erzberg zur einem
gesamteuropäischen Abfallzentrum entwickelt hat. Bei der
Müllverbrennungsanlage in Niklasdorf könnte eine ähnliche Entwicklung
eintreten.
Parteder: "Eines darf ebenfalls nicht vergessen werden. Die Anlage entsteht
auf dem Gelände der Fabrik Brigl & Bergmeister, die sich im Besitz des
FP-Politikers Prinzhorn befindet.


Das Werk von
Brigl&Bergmeister, daneben eine Billa Supermarkt-Filiale der REWE-Group. Hojac-Schalle, der ehemalige Direktor von REWE Austria sitzt in der Prinzhorn Stiftung.

Quelle


Die Müllverbrennung ist so gut wie fertig
2003-09-19

  Die Müllverbrennungsanlage Niklasdorf geht Schritt für Schritt in den Probebetrieb.

Wir sind gerade in der Phase der Inbetriebnahme. Die Anlage ist ja sehr komplex mit vielen Teilen, und deshalb gehen wir sukzessive in Betrieb. Es ist alles im Anlaufen, und es funktioniert gut", erklärte kürzlich Michael Resch, technischer Geschäftsführer der Firma Enages. Diese Firma wird die thermische Reststoffverwertungsanlage in Niklasdorf betreiben.

Der Bau der Anlage auf dem Betriebsgelände der Papierfabrik Brigl & Bergmeister ist bereits abgeschlossen. Gegenwärtig werden noch Verrohrungsarbeiten durchgeführt, Elektriker sowie Mess- und Regeltechniker sind derzeit noch an der Arbeit. Alles übrige sei bereits montiert, und man liege genau im Zeitplan, so Resch. Der tatsächliche Probevollbetrieb sei für Beginn nächsten Jahres vorgesehen, erläutert der Geschäftsführer.

Wie Herbert Dittmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Enages, bereits im Juli dieses Jahres betonte, sei die Grundauslastung für die Anlage mit den Abfallmengen der Großkunden und Gesellschafter bereits gesichert.

 

Quelle: Kleine Zeitung, 19.09.2003, ANDREA SEEBACHER

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