Das oft genannte Argument, daß ohnehin durch Straßenverkehr ec. weltweit eine ökologische Grundbelastung erzeugt würde, kann man in diesem Zusammenhang nicht gelten lassen.
Es geht hier um einen problematischen Standort mit problematischen Verbrennungsprodukten, über den man im Gegensatz zu Fahrzeugen, Klimaanlagen usw. sehr wohl befinden kann.

Was man im übrigen nicht filtern kann, ist eine allfällig auftretende Geruchsbelästigung, einen Imageverlust, der die Bekenntnisse der lokalen Politik zum regionalen Tourismus entwertet und extrem hohe Schornsteine, die das Dioxin Problem von der unmittelbaren Nachbarschaft in die gesamte Region Bucklige Welt verlagern könnten.
 Es gibt auch den Einwand, das der Hausbrand, also Heizen mit Holz, Öl und Kohle durch die fehlende Filterung der Haushalte ähnlich bedenklich sei und dass manche Müll in ihren Öfen verbrennen.  



Dies ist aus mehreren Gründen unsachlich.

1) Im Gegensatz zu Reststoffen und zum Inhalt der Grünen Tonne, der durch ungenaue Müllabgaben mancher Haushalte Sondermüll durchaus ähneln kann, erzeugen fossile Brennstoffe und Holz weitaus weniger exotische bzw. chaotische Kohlenwasserstoffe. Während die Asche von Holz einen begehrten organischen Dünger darstellt, sollte Asche aus der Müllverbrennung verglast werden, was natürlich aus Kostengründen so gut wie nie passiert.
Die Aschen sind so giftig, daß in Österreich keine Deponie zugelassen ist. Die Stoffe werden, nicht unähnlich zu Atommüll, in aufgelassenen Bergwerksstollen im Auslkand entsorgt, nachdem alle anderen Entsorgungsmöglichkeiten als zu gefährlich gelten. Das gilt überigens auch schon für die derzeit anfallenden Aschen, die aufgrund von 60.000 Jahrestonnen Restfasermüllverbrennung mit hohem Schwermetallanteil (über 22 Tonnen jährlich) unter Tag gelagert werden müssen.
 
 Cwmrhydceirw Quarry, Wales. Filterkuchen und Schlacke mit Dioxin und Schwermetallen aus den Wiener Müllverbrennungsanlagen Flözersteig und Spittelau in Big Bags aus PVC. Bagger werfen Erde auf die Müllsäcke, daneben sieht man schon einige, die geplatzt sind. Greenpeace legte diese Praxis 1990 offen, die damaligen Betreiber konterten "Alles erstunken und erlogen" Heute weiß man, daß Greenpeace recht hatte. Reaktion: Die Gifte werden heute noch tiefer vergraben. Foto: Greenpeace, April 1990

2) Der Hausbrand erfolgt in vollem Umfang meist nur im Winter. Eine Müllverbrennungsanlage würde auch im Sommer betrieben werden. In warmen Sommernächten wird der oben beschriebene giftige Feinststaub durch den nächtlichen Tau aus der Luft "gewaschen", er schlägt sich auf die Felder, kommt so in die Landwirtschaft, in die Milch, in die Eier, in die Gärten.
Auf Obst und Gemüse verdampft das Trägerwasser, der toxische Feinststaub bleibt als eine mikroskopisch dünne, harzige, schwer abwaschbare fall-out Schicht zurück. Dies war letzten Sommer in Pitten übrigens der Fall, wenn auch nciht geklärt ist, wer der Verursacher ist.

3) Mit den privaten Vergehen einzelner Haushalten kann man kein industrielles Projekt rechtfertigen, das zwar die (historisch bedingten) gesetzlichen Grenzwerte einhält, aber gleichezitig unter den technisch möglichen Höchststandards läuft.

Das Argument, daß Müll laut Deponieverordnung ja irgendwo verbrannt werden müsse:

Die Deponieverordnung besagt lediglich, daß Kohlenstoffhaltige Stoffe nicht deponiert werden dürfen, Recycling ist eine wünschenswerte Variante, die von den Betreibern der Müllverbrennung verschwiegen wird.
Wenn schon unbedingt Verbrennung von Müll: Nicht in einem engen, durch Inversionen gekennzeichneten Talkessel wie Pitten und nicht, solange reine Müllverbrennungsanlagen, für die strengere Emmissionsgesetze gelten und die die teuerste Filter- und Regeltechnik verwenden, nicht voll ausgelastet sind. Daß darüberhinaus gerade die AWGs, die Abfallwirtschaftsgesetze sehr veränderbar sind, zeigt ein Blick auf die homepage des Parlaments.

Ein weiterer Punkt sollte die zusätzliche Belastung der Bevölkerung duch den erhöhten Transport an Müll darstellen.

Auch hier müssen, ähnlich wie bei den Emissionen, klar definierte unabhängige Frequenz-Meßstellen eingerichtet werden, deren Ergebnisse und Überschreitungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen.

 

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