Auszug aus dem

Nationalrat, XXI.GP
Stenographisches Protokoll
71. Sitzung, 6. Juni 2001

Abgeordneter Rudolf Edlinger
[...] Leute, die erfolgreich in der Wirtschaft waren und sind ­ wie Horst Pöchhacker, Stephan Koren, Walter Wolfsberger ­, werden im ÖIAG-Aufsichtsrat ersetzt durch Personen, deren Hauptmerkmal im Hinblick auf ihre Auswahl für diese Funktionen ­ und ich betone: für diese Funktionen ­ offenbar darin besteht, dass sie Freundschaftsdienste für Thomas Prinzhorn in seiner Privatstiftung leisten:

Alfred Heinzel ­ er ist Aufsichtsratsvorsitzender der ÖIAG und zugleich Vorstand der Prinzhorn-Stiftung.

Cornelius Grupp ­ er ist Mitglied des ÖIAG-Aufsichtsrates und Vorstandsvorsitzender der Prinzhorn-Stiftung.

Veit Schalle ­ ebenfalls Mitglied der ÖIAG und Stiftungsrat der Prinzhorn-Stiftung.

Veit Sorger ­ ÖIAG-Aufsichtsrat und gleichzeitig Mitglied des Stiftungsrates von Prinzhorn. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)

Ja wo sind wir denn, meine sehr verehrten Damen und Herren? Das ist eine Verflechtung, ein Skandal, der seinesgleichen in Europa sucht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)

Nie zuvor, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat ein einzelner Mann so viel Einfluss auf das Schicksal der heimischen Industrie gehabt wie Thomas Prinzhorn. Hier übt ein privater Industrieller mit seinen Freunden einen maßgeblichen Einfluss auf Unternehmen aus, die im öffentlichen Eigentum stehen und bei denen nicht private Interessen, sondern die Interessen der Republik im Vordergrund zu stehen haben. Und das vernachlässigen Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)

Gestern stellte sich Herr Prinzhorn vor Fernsehkameras und sagte, eigentlich habe er überhaupt nichts zu reden. Aber wenn man in der Materie genau Bescheid weiß, dann weiß man schon: Nirgends hat sich der Pate gezeigt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da spricht der Neid! Der pure Neid!) Wenn Herr Westenthaler beispielsweise am 14.4. im "profil" erklärt: "Er ist unser zentraler Wirtschaftszampano!", dann sagt das viel. "Zampano" oder "Pate" ­ das ist eigentlich völlig Wurscht. Ohne ihn läuft nichts in dieser Regierung, meine sehr verehrten Damen und Herren, und das kritisieren wir! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)

 

 

 

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