Folgendes Szenario ist aus Sicht kritischer Anrainer langfristig höchst bedenklich: Der Hamburger Konzern baut seinen Stammort Pittental mit Unterstützung der Bürgermeister Dr. Moraw und Endl bzw. ihrer Gemeinderäte (ohne deren Unterstützung ist es weitaus schwieriger) und mit Förderungen des Landes, Bundes und der EU gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung allmählich zu einer kommerziellen Müllverbrennungslage um. Ob es wirklich die Mehrheit ist und ob Bürgermeister und Gemeinderat das Projekt "Müllverbrennung" unterstützen, ist bis jetzt noch nicht klar.
 
Inversionswetter. Zwischen Hügeln der Buckligen Welt bildet sich eine stabile Wolkendecke, die den Abtransport der Schadstoffe verhindert.


Sollte sich jene Fraktion durchsetzen, die die österreichische Deponieverordnung tatsächlich als Auftrag zur Verbrennung von Abfällen nach hohen aber nicht höchsten Umweltstandards ohne Alternativen interpretiert (Recycling ist der Verbrennung in Wirklichkeit gleichgestellt), bedeutet dies langfristig trotzdem die Suche nach geeigneten geografischen Standorten für große MVA's (Müllverbrennungsanlagen), idealerweise im Zusammenschluß mit MBA's (Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlung = Mülltrennung und -aufbereitung) da dann enorme Müllberge zur Verbrennung anstehen werden.


Der Standort Pitten erscheint für Müllverbrennung ungeeignet, insbesonders wenn man die ungünstige Tallage bedenkt, die zu Inversionsbildung (klimatische Deckelung) neigt. Die Aussagen des Pittner Bürgermeisters Dr. Moraw, für Pitten wieder den Anschluß an den Tourismus finden zu wollen erscheinen in Zusammenhang mit einer Müllverbrennungsanlage ebenfalls unkompatibel.

Insgesamt ist die Müllproblematik komplex, es gibt keine "richtige" Lösung, aber es gibt bessere und schlechtere. Für das Pittental scheint eine Müllverbrennung eher die schlechtest mögliche Variante aller Entwicklungsmöglichkeiten darzustellen. Diese Ansicht zu bestätigen oder zu entkräften wird Aufgabe der Gemeinden in Zusammenarbeit mit allen interessierten Bürgern sein.

Sollte sich diese Ansicht in den betroffenen Gemeinden nicht durchsetzen muß als Mindestforderung die Einhaltung strengster Kontrollen der technisch niedrigst möglichen Grenzwerte sein.

Aufgrund der widersprüchlichen Gesetzeslage und der vielen offenen Fragen sollte das Verfahren erst einmal so lange vertagt werden, bis Klarheit über die vielen offenen Punkte herrscht.

Weiters sollte in Hinblick auf eine Minimierung des Konfliktes ein Verfahren gewählt werden, das allen Parteien die Chance einräumt, ihren Standpunkt berücksichtigt zu sehen.

 
Keine historische Dampflokomotive sondern ein moderner Zug - allerdings am Bahnhof Pitten, im Hintergrund eine Fabrik der Hamburger Gruppe



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