Struktur der Prinzhorn Holding GmbH

Geschichte der Thomas Prinzhorn Holding

Die Hamburger Holding GmbH, davor bekannt als W. Hamburger Holding GmbH und Thomas Prinzhorn Beteiligungsgesellschaft mbH hat ihren Sitz aus der ehemaligen Konzernzentrale in 2823 Pitten in die Hoffeldstrasse 12, 2522 Oberwaltersdorf, NÖ, verlegt. Pitten soll ja nach den Plänen der Holding zum Sitz einer Ersatzbrennstoff (=Müll) -verbrennung werden, Oberwaltersdorf ist da für das Management und den Vertrieb sicher der attraktivere Standort.
Das Argument der Standortsicherung Pitten ist durch die laufende Abwanderung mit Vorsicht zu geniessen. link nach Oberwaltersdorf

Besitzer der Prinzhorn Holding ist zum Großteil die Prinzhorn Privatstiftung

Die Prinzhorn Holding ist gemäss eines Aushangs im Schaukasten des Werks (16.9.2007) als "Konsolidierungskreis 31.12.2005" in fünf Divisionen aufgestellt:

"Division Altpapier"
"Division Wellpappenrohpapier"
"Division Verpackung"
"Division Etiketten u. Flexpack"
"Division Finanzierung"

Ob die darin ausgewiesenen 33 Gesellschaften mit beschränkten Haftungen tatsächlich den aktuellen Stand darstellen, ist fraglich. So fehlt insbesonders die vor fast einem Jahr gegründete W. Hamburger Recycling GmbH, Aspanger Strasse 252, 2823 Pitten.

Gegenstand dieses nicht in der Übersicht aufgenommen Unternehmens ist angeblich

1) das Sammeln und Behandeln von nicht gefährlichen Abfällen sowie der Handel mit Waren aller Art.

2) die Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie durch thermische Behandlung von Abfällen oder Verbrennung von anderer Brennstoffe.

3) Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Massnahmen berechtigt, die zur Erfüllung des Gesellschaftszweckes notwendig und nützlich sind.

Laut Eigenangabe erzeugt die ehemalige Konzernzentrale, nunmehr einfacher Produktions- Standort Pitten, NÖ, aus 400.000 t Altpapier 375.000 t Wellpapperohpapiere.
Die Fabrik erzeugt in Pitten 65 t/h Dampf in einer Wirbelschicht aus Kohle und Schlamm und 35 t/h Dampf aus einem Steamblock (Gas). Dabei wird auch Restfasermüll verbrannt. Über Art, Qualität und Menge dieses Stoffes gab es eine Reihe von Ungereimtheiten, derzeit wird versucht mit manuellen Rechnemodellen den gesetzlichen Erfordernissen zu genügen.

In Zukunft sollen 25 t/h Dampf aus Müll gewonnen werden, der Steamblock soll dann 10 t/h Dampf erzeugen. Geplant wird die Ersatzbrennstoffanlage (Müllverbrennung) durch die Jaakko Pöyry Austria, Geschäftsführer ist der Bürgermeister von Pitten, Dr. Günter Moraw.

Einige weitere nicht erwähnte Gesellschaften sind die "Hamburger Arbeitnehmerföderung Privatstiftung (gegründet am 8.5.2003)", die "W.Hamburger Papierhandsgesellschaft KG" (10.4.1936) und eine "Altpapier-Recycling-Organisationsgesellschaft mbH".

Erstkontakt mit dem neuen Projekt

Die Prinzhorn Holding GmbH (Hamburger-Mosburger-Dunapack Gruppe) befindet seit langem im Osten auf Expansionskurs. Sie besitzt laut eigener Aussage Standorte in neun Ländern, und zwar in Deutschland, Österreich, Ungarn, Kroatien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Slowenien und der Ukraine.
Dazu "Die Presse" 1998: Nach Polen die Ukraine im Visier

Zu ihren Töchtern gehören neben Mosburger, Hamburger, Dunapack, Saak, Brigl & Bergmeister, Vevce und deren zahllosen Beteiligungen die deutsche Rieger GmbH in Trostberg.

Die geplante Müllverbrennung der Prinzhorn Holding in Trostberg ist aus Sicht des Konzerns eine Verbesserung für die umliegende Bevölkerung.
Eine lokale Bürgerinitiative kann diesem Standpunkt gar nichts abgewinnen.

Darüberhinaus existiert eine Hamburger Handels GmbH in der Schweiz, deren Gesellschafterin die oben beschriebene aufgelöste W. Hamburger AG mit Sitz in Pitten war .


Die Pittner Hamburger Holding GmbH betreut unter anderem die finanzielle Verrechnung der eigenen W. Hamburger Firmen und deren Töchter wie beispielsweise: W.Hamburger, Mosburger Corrugated, Rieger, Dunapack, Hamburger Spremberg, Brigl & Bergmeister. Darüberhinaus zählen namhafte Firmen zu ihren Klienten. Gerüchte, daß die Buchhaltung der Gemeinde Pitten privatisiert werden soll und ebenfalls von der Hamburger Holding GmbH übernommen werden wird, konnten wir bis jetzt nicht bestätigen.

Die Strukturen sind noch zusätzlich vernetzt. Die kroatische Valoviti Papir Dunapack D.O.O. zum Beispiel gehört zu 100 Prozent der ungarischen Dunapack und damit zur Hamburger-Mosburger-Dunapack Gruppe.

Über einen anderen Fall schreibt die Allgemeine Papier Rundschau am 12.7.2004: "Thomas Prinzhorn setzt seine Ungarn-Expansionen fort. Im Juli wurde das neue Werk der Mosonpack KFT in Mosonmagyarovar-Ujudvar, einer 100-prozentigen Tochter der Mosburger GmbH, von Thomas Prinzhorn und dem Mosburger-Geschäftsführer Alexander Enzenberger eröffnet."

Heute schwanken eigene Angaben über die Gesamtproduktion der Gruppe je nach Quelle zwischen 800.000 Tonnen und 1 Mio. Tonnen.
Über die Geschäftsergebnisse liegen nur wenige, allerdings in der Gesamtheit durchwegs überragende Angaben vor.

Nach Einbrüchen der letzten Jahre habe sich die Papierindustrie laut Prinzhorn deutlich erholt. Die Auslastungen der Fabriken sei ausgezeichnet, die Verkaufspreise wären um 15% gestiegen.

Die "Sächsische Zeitung" schreibt anläßlich des Werkes Spremberg "Schwarze Pumpe":
"Die österreichische W.-Hamburger-Gruppe ist nach eigenen Angaben sechstgrößter Produzent von Wellpappe-Rohpapier in Europa und beschäftigt 3 250 Mitarbeiter in zehn Ländern. " und:

"Das Kraftwerk Schwarze Pumpe setzt bereits seit 2001 auf die Mitverbrennung von Mischbrennstoffen aus Rohbraunkohle und Restprodukten aus der Kohle- und Erdölveredlung. Eine Genehmigung gestattet hier die versuchsweise Mitverbrennung von etwa 260 000 Tonnen Reststoff-Faserschlämmen der neuen Papierfabrik W. Hamburger, die im Dezember in Schwarze Pumpe den Probebetrieb aufnimmt. "

"Die Presse" hat im Jahr 2000 die der Schlagzeile +++ PRINZHORN VERDIENT +++ und Prinzhorn investiert drei Milliarden Schilling.
Für das Jahr 2001 in "Die Presse" Prinzhorn läßt seine Mitarbeiter am Gewinn mitnaschen

Der gegenwärtige Gesamtumsatz der Gruppe liegt laut Aussendung an den Standard bei 750 Mio. Euro, laut eines Artikels der Presse lagen sie 2003 schon bei 800 Mio. Euro, Tendenz steigend, "denn vom Ende der Expansion kann keine Rede sein." Das von der EU geförderte Werk Spremberg, auch genannt "Schwarze Pumpe", kostete demnach 160 Mio. Euro. Die HMD Gruppe arbeitet laut "Die Presse" eng mit der Salzburger Oberbank zusammen.

Die Struktur der Hamburger-Mosburger-Dunapack Gruppe kann auf deren preisgekrönter Webpage als file heruntergeladen werden. Außerdem sind fünf ihrer zwölf Tochtergesellschaften in diesem Diagramm interaktiv verlinkt.

Weitere Aquisitionen der schwer zu überschauenden Gruppe:
Dunapack wurde 1995 dem Konzern einverleibt. 1997 gründete die Gruppe das Wellpappewerk Rambok in Rumänien, 1998 folgten Neugründungen in der Ukraine und in Polen. 2002 erwarb die HMD Gruppe den bulgarischen Wellpappeproduzenten Rodina. Ein Jahr später erfolgte in Zabok bei Zagreb die Neugründung eines Werkes. Die ungarische Tochter der HMD Gruppe gilt als einer der ersten östeuropäischen Multis. Eine weitere Tochter, die Dunaparec Paer Recycling Ltd. sammelt Altpapier.

Die Geschäftsführung des Unternehmens bestand 2005 aus:

Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn
Dkfm. Heiko Bayerl


Ab 1.Jänner 2006 blieb laut "Standard" der 3. Nationalratspräsident und Industrielle Thomas Prinzhorn zwar Geschäftsführer der Hamburger Holding, an seine Stelle in der Hamburger GmbH traten Harald Ganster und Josef Luef als Geschäftsführer.
Die Expansion des Hamburger Konzerns erfordere demnach Änderungen in der Organisiationsstruktur hiess es weiter in der Aussendung Prinzhorns.
Die Aufnahme eines Probebetriebs im neuen Wellpappewerk Mosburg Corrugated in Spremberg, Deutschland, am 27. September 2005 sei ein wichtiger strategischer Schritt.
Das Werk hat laut dieser Aussendung ein Produktionsvolumen von 30 Mio Euro.

Eine ausführliche Analyse der österreichischen Papierindustrie aus dem Jahr 2005 bietet die Arbeiterkammer .
Die damalige Hamburger AG weist dabei in Zusammenhang mit der Anschaffung einer neuen Papiermaschine, Genehmigungsplanung Jaakko Pöyry, außergewöhnlich hohe Investitionsquoten aus.

Offizielle Darstellung der Hamburger Gruppe in den Homepages der Gemeinden Pitten und Seebenstein.


"aufgerollt", die offizielle Informationsbroschüre des Konzerns schreibt im Mai 2006:


"Die Entwicklung der Firma Hamburger von einem mittelständischen Unternehmen zu einem Konzern erfordert Umstrukturierungsmaßnahmen - der Konzern wurde in Divisionen gegliedert - eine davon ist Wellpappe-Rohpapier mit 4 Profi-Center: Hamburger Pitten, Rieger, Premberg und Dunapack. Da sich die bisher verantwortlichen Herrn Luef und Ganster in die Geschäftsführung der Division zurückgzogen haben, mussten deren Aufgabenbereiche neu besetzt werden. [...]
Die Werksleitung liegt schon seit einiger Zeit in den bewährten Händen von Werner Ofenböck, für den Gesamtvertrieb zeichnet nun Manfred Lechner und für die kfm. Agenden Reinhard Waldherr verantwortlich.

Werner Ofenböck, wohnhaft im Pongau, Salzburg, ist bereits seit 1980 bei Hamburger beschäftigt; bis zum Jahre 2000 in der technischen Abteilung, deren Leitung er sodann für 3 Jahre innehatte. Das Projekt in Premberg bescherte Herrn Ganster einen Doppeljob und führte schlussendlich dazu, daß die Werksleitung im Jahre 2003 an Werner Ofenböck übertragen wurde.

Reinhard Waldherr, (links) 1971 geboren, verheiratet, 2 Kinder, ist einer der wenigen Manager des Konzerns, die zumindest im näheren Umkreis des Werkes wohnen. Er pendelt seit 1991 von seinem Wohnort Schäffern in der Steiermark zu Hamburger Pitten (Anm.: Distanz 34km, Fahrtzeit 23 Minuten). In Schäffern ist Reinhard Waldherr als Mitglied der ÖVP Gemeindekassier.

Manfred Lechner, (mitte) 1961 geboren, verheiratet, 2 Kinder, ist sein 20 Jahren bei Hamburger tätig. "Meine verkaufsmäßig wichtigste geleistete Arbeit sehe ich im Aufbau der osteuropäischen Märkte, die 1996/1997 begonnen hat," zeigt er einen Schwerpunkt auf. Nach der Bestellung zum Exportleiter 2003 ist er nun für den Gesamtvertrieb zuständig.

 



Disclaimer: Bei Vervielfältigung von Texten (der Hompager der Hamburger Gruppe) ist auf die Urheber- und Eigentumsrechte der W. Hamburger GmbH ausdrücklich hinzuweisen - © Fotomontage "Standort Pitten" - W. Hamburger GmbH.

 

 

 

 

 

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