In seinem für seine Auftraggeber ausgelegten "Panorama, Das Newsmagazin des Instituts Retzl" Juli 2005 schreibt ein sympathisch aussehender Mag. et Dr. rer. soc. oec. Dr. phil. Helmut Retzl im Editorial:

"Es gibt zahllose Beispiele dafür, wie Vorhaben am Widerstand der lokalen Bevölkerung scheitern.
Es kann jedes Projekt betreffen - von Betriebsansiedlungen über Radaranlagen bis hin zu Unterkünften für die Flüchtlingsbetreuung.

Für Projektverantwortliche ist es daher von Bedeutung zu erkennen, welche sozialen Mechanismen diesem Phänomen zugrunde liegen."

 

Das Institut Retzl hat unter anderem die Projekte Kraftwerk Lambach und die Müllverbrennungsanlage Wels vorbei an den Klippen des Widerstands der Bevölkerung sicher in den Hafen der behördlichen Bewilligung gebracht.

Die HMDG Gruppe verwendet das Institut zur "Kommunikationsvermittlung" und "Konfliktvermeidung" bzw. "Konfliktlösung" und natürlich zur "strategischen Umfeldplanung". Dr. Retzl ist engagiert, um "Reibungsverluste" mit dem "Projektumfeld", das sind die Menschen ringsum, für seinen Auftraggeber zu "minimieren".

Eigenbeschreibung der Methode Retzls, mit deren Hilfe er den Spagat zwischen großindustriellen Interessen und Umweltanliegen der Bevölkerung schafft:

Das "Projekt-Umfeld-Management" (P.U.M) vervollständigt die betriebswirtschaftliche, technische und rechtliche Projektplanung durch eine strategische Umfeldplanung. P.U.M gibt Antwort darauf, wie ein Vorhaben in seine natürliche und gesellschaftliche Umwelt eingreift, welche Konflikte dabei entstehen könnten und wie diese als planbare Variablen zu berücksichtigen sind. P.U.M schärft nach innen den Blick für notwendige Maßnahmen im Projektumfeld und schafft nach außen Akzeptanz und Vertrauen für das Vorhaben. Der gezielte Dialog und Interessensausgleich mit dem Projektumfeld minimiert Reibungsverluste und Konflikte und stärkt das Image des Projektwerbers.

Die ersten Gehversuche mit einem Bürgerbeirat im Pittental waren allerdings von keinen Sieben-Meilen-Schritten beseelt. Schon nach der zweiten Sitzung brachte die Hamburger Gruppe gegenüber Presse ihren Unmut über den renitenten Beirat zum Ausdruck - der Beirat hatte die konstituierenden Tagesordnungspunkte Retzls geändert um endlich Fakten über das Projekt zu erfahren - der Beginn der Affaire Verbundplan.

Das Protokoll der Kommunikationsberatung Retzl aus der ersten Dialogplattform zeigte sachliche Mängel - die Namen der Sachverständigen waren falsch, eine Bitte um Richtigstellung wurde ignoriert.

In der zweiten Sitzung der Dialogplattform zieht sich die Hamburger Unternehmensgruppe vom Dialog zurück. Die Schuld wird allein den Bürgern zugeschoben, insbesonders dem schwachen Imagegewinn der Hamburger Gruppe in ihrer eigenen Informationsveranstaltung. Diskutiert wird nur mehr mit jenen, die gerne eine gewinnmaximierte (sprich immer hart an den Grenzwerten) geführte Müllverbrennung in ihrer Nachbarschaft haben wollen. Die Methode Retzl kann als gescheitert angesehen werden. Die dem Phänomen des Widerstands zugrundeliegenden sozialen Mechanismen der buckligen Welt blieben dem Kommunikationsistitut möglicherweise verborgen. Der Konzern und seine Nachbarn haben eine bewegte Geschichte, die nicht gerade von gegenseitigem Vertrauen gesegnte ist. Helmut Retzl dazu: "Ich habe nur Interesse an etwas, bei dem ich Erfolg haben werde. Hier war ohnehin klar, daß es keinen Erfolg geben kann."
Helmut Retzl hat noch ein zweites Standbein - er unterrichtet in Linz an der Pädag.


Zur aktuellen und wissenschaftlichen Kommunikationstheorie ist an der Uni Wien eine neue Arbeit erschienen: "Tratschen schützt vor Ausbeutung" Voraussetzungen für den Schutz vor Übervorteilung "sind allerdings ein Mindestmaß an Information über den Anderen und die Fähigkeit, aus Erfahrung zu lernen."


 

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