| Eines der Kernprobleme ist neben der Qualität des Brennstoffes, seines Transportes, des Abtransportes der giftigen Aschen und Filterrückstände die Schadstoffemission und -imission, die weit über eine gesteigerte Geruchsbelästigung hinausgehen kann. Es wäre naiv zu glauben, dass durch eine geplante Investition, durch eine mögliche Vergrößerung der Fluxe und durch eine qualitative Verschlechterung des Brennstoffes eine Verbesserung der Luftqualität erfolgen kann. |
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Sollte diese Verbesserung tatsächlich durch moderne Filter heute schon möglich sein, so wäre es die erste Aufgabe des Hamburger Konzerns, diese neuartige Filtertechnologie sofort in allen derzeit laufenden Anlagen, natürlich auch in Pitten, zu nutzen. Die IPPC-Richtlinie sieht in Zukunft für den 1983 gebauten Wirbelschichtkessel einen Grenzwert von 200 mg/m3 NOx vor, der derzeit nicht eingehalten werden kann.

Auffällig bei einer Recherche für einen Industriestandort
wie Pitten ist, daß die existierenden Meßsonden im
Raum Pittental wenig genutzt wurden. Die mobile Luftgütemeßstation
Pitten, Umweltklasse: Luft, weist in ihrer Datensammlung/Datenbank
im Gegensatz zu anderen Industriestandorten nur "einen geringen
Umfang der Immissionsberichte" auf, das heißt im Klartext,
es wurde nicht viel aufgezeichnet oder zumindest nicht der interessierten
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Es existieren zur Zeit zwei private Meßsonden der NUA im Raum Pitten, weitere sollen aufgestellt
werden.
Gerade bei technischen Messungen können durch die Wahl des
Standorts aber auch durch die Art der Messung sehr unterschiedliche
Datenparameter gesammelt werden.
Punktuelle Luftmessungen können allerdings kein schlüssiges
Gesamtbild geben, ein schärferes Bild läßt sich
durch Analyse von Pflanzenteilen, den sogenannten Bioindikatoren
erzielen.
Ein sogenanntes Bioindikatornetz ist ein Verfahren zur Feststellung
des Verursachers forstschädlicher Luftverunreinigungen. Die
Hamburger Gruppe stellt es gerne so dar, als wären die Bioindikatoren
auf ihr Betreiben aufgestellt worden. Tatsächlich überzieht
das Netz ganz Österreich und wird gemäß dem Forstgesetz
von den jeweiligen Landesregierungen betrieben.
Die geografische Lage Pittens erscheint für einen zusätzlichen
Schadstoffausstoß problematisch, der umliegende
Wald als Bioindikator zeigte rings um das Werk in der Vergangenheit
bedenkliche Schäden die zwar zurückgegangen sind, eine
neue Problemzone
hat sich rings um das Schloss Pitten aufgetan. Eine weitere
Problemzone ist das Kreital, hinter dem Friedhof.
Die Mindestforderung einer möglichen Bürgerinitiative
müßte in der laufenden Messung und Veröffentlichung
der Mittelwerte im 8 Stunden-Rhythmus aller bekannten Schadstoffemissionen
darstellen, wie es etwa das österreichische Umweltbundesamt für
eine große Zahl von ländlichen und industriellen Standorten,
darunter die nächste in Wiener Neustadt, bekannt gibt. Sollte
man einen Provider ausfindig machen, der auch Dioxinwerte einbeziehen
kann, sollte dies bei einer Müllverbrennung im Wohngebiet
mit Talkessellage unbedingt und regelmässig erfolgen.
Die Forderung nach einer kontinuierlichen Überwachung durch
das Umweltbundesamt sollte übringens auch dann gelten, wenn
das Projekt nicht bewilligt wird, wenn sich also keine
Umweltverträglichkeit nachweisen läßt.
Es darf auch nicht auf die hochgiftigen Verbrennungsrückstände
vergessen werden, deren verlustfreiher Abtransport nicht so ohne
weiteres einwandfrei zu gewährleisten ist.
Berechnungen zum Volumen und damit zu Transportvolumen
der zu verbrennenden Müll-Tonnagen erwiesen sich als unmöglich,
da bis heute keine Angaben zur Konsistenz des zu erwartenden "Ersatzbrennstoffes"
erfolgt sind.
Der Glaube, daß ein allenfalls bewilligtes und kontrolliertes
Müllverbrennungs-Volumen nicht durch einem weiteren Anlauf,
sozusagen scheibchenweise, vergrößert werden kann,
könnte möglicherweise eine Illusion darstellen.
Es sollte Aufgabe einer Umweltverträglichkeitsprüfung
sein, den Gewinn für die Allgemeinheit durch eine Müllverbrennungsanlage
(falls ein solcher überhaupt in der geografischen Lage Pittental
ermittelt werden kann) gegen die gesteigerte Belastung durch noch
in geringsten Spuren krebserregende oder allgemein gesundheitsgefährdende
Feinststaubpartikel wie auch durch ein gesteigertes Transportaufkommen
abzuwägen.
Es sollten klare Richtlinien für die Standorte der Meßsonden
und für die laufende Veröffentlichung tolerierbarer
Emissionswerte und Schallpegel erstellt werden.
Eine zwingende und politisch wie wirtschftlich unabhängige
Kontrolle zur Einhaltung vorgeschriebener Emissionswerte und eine
zwingende Anpassung an den laufenden Stand der Forschung durch
vorgeschriebene Rücklagenbildungen aus den Umsätzen
der Hamburger Gruppe können den umliegenden Gemeinden zumindest
die Hoffnung geben das Recht auf die Unversehrtheit ihrer Gesundheit
zu wahren.
3Sat: Müllverbrennung erhöht Krebsrisiko
www.wissenschaft.de: Müllverbrennung macht krank
