
Seit Inkrafttreten der Deponieverordnung stellt die unter Einhaltung
aller Vorschriften eigentlich unwirtschaftliche Müllverbrennung
ein Geschäft für die Betreiber dar.

Wenn die Müllbeseitigungskosten
steigen, bezahlen
die einzelnen Haushalte. Der Konsument trägt, wenn man
es so sehen will, die Mehrkosten der Müllverbrennung - die
Hamburger Gruppe will hoffentlich Schadstoffe filtern, aber auch
ein guter Teil der Müllentsorgungskosten bleibt in den Konten
der Prinzhorn Holding hängen. Im Vergleich zahlen Haushalte im Bezirk Neunkirchen
die höchsten Müllgebühren, es gibt keine Möglichkeit,
diese bei Müllvermeidung nicht zu bezahlen, es gibt keine
Möglichkeit, Einblick in die Gebührenverrechnung zu
nehmen.
Es ist der deklarierte Zweck eines gewinnorientierten
Unternehmens immer größere Gewinne einzufahren. Die
freie Marktwirtschaft scheint allerdings für den Verbraucher
aufgehoben zu sein - seine vierteljählichen Entsorgungsbeiträge
gleichen einer Müllsteuer mit der marktwirtschaftliche Betriebe
subventioniert werden, ohne daß er mitbestimmen kann.
Wer zahlt schafft hier nicht an. Kein Wunder, dass in anderen
Ländern die Mafia ins Müllgeschäft eingestiegen
ist.
Sollte die Prinzhorn Holding GmbH und ihre Tochterfirmen Brennstoff
von Haushalten beziehen wollen, müßte sie diese
den Konsumenten eigentlich abkaufen - nicht umgekehrt die
Konsumenten dafür zahlen lassen, daß hochwertiger "Ersatzbrennstoff"
die Dampfkessel der HMD-Gruppe befeuert. In einer idealen Welt.
Dies ganz unabhängig von der Sorge über die ordnungsgemäße
Kontrolle unserer Atemluft. Der Markt hat aber anders entschieden
- für den wertvollen Rohstoff "Leichtfraktion Müll"
zahlt der Lieferant - und zwar einen Preis, der vorerst noch geheimgehalten
wird.

Ein geniales volkswirtschaftliches Konzept - der Konsument kauft den Müll bereits mit dem Produkt und bezahlt dann für dessen Entsorgung.
Langfristig und global liegt
die einzige Lösung in der Müllvermeidung bzw. -reduzierung.
Die kommerzielle Nutzung von Müll als Brennstoff ist nicht dazu angetan, eine notwendige Müllverminderung voranzutreiben, im Gegenteil, sie macht Müll zu einem attraktiven Wirtschaftsfaktor und verhilft der Verpackungsindustrie (zu der die Hamburger Gruppe gehört) zu vermehrter Verpackungsproduktion.

Preisanstieg im Zeitraum 1989-2006 für
Müllgebühren ausserhalb von Wien 168,4%
Zum Vergleich: Der Anstieg des allgemeinen Verbraucherpreisindex
im gleichen Zeitraum ist +47,3%
Quelle: Statistik Austria, Grafik: Die Presse; Wien; 7.2.2006
Wellpappe ist in dieser Kette relativ weit
unten anzusiedeln - es ist eine minderwertige Schutzhülle
die andere Produkte auf dem Weg zum "Verbraucher" schützt
- sobald der eigentliche Artikel gebraucht wird ist sie Müll.
Auf dem Tisch eines Board Meetings erscheint für Betreiber angesichts dieser Entwicklung folgendes chart auf der Leinwand. Zum Chart
