Altpapierverwertung (Papierrecycling)
"Energie- und Rohstoffbedarf sind für die Herstellung von Papierfasern aus Altpapier geringer als für deren Herstellung aus Primärrohstoffen. (...)
Hinzu kommt, dass die stoffliche Verwertung (Recycling) von Altpapier in Abhängigkeit vom Papierkreis um rund die Hälfte günstiger als die Verbrennung (thermische Verwertung) ist. 1)
Somit ist der Einsatz von Altpapier zur
Papierproduktion für die Umwelt wesentlich zuträglicher
als die Papierprimärproduktion. Die Hinweise der Hamburger
Gruppe auf ihre Beiträge zur Umwelt beziehen sich neben Nachbesserungen
zur Produktionssteigerung veralteter Produktionsanlagen vor allem
auf diesen, durchaus positiven Schwerpunkt.

Beim Verwenden von Altpapier zur Papierproduktion spart man den Einsatz von Primärfasern (Sulfatzellstoff, Sulfitzellstoff, Holzstoff).
Aufbereitungsprozess:
Das Altpapier wird in Ballen, die mit Drähten gebündelten sind zur Papierfabrik angeliefert, zwischengelagert, und je nach Anforderung sortiert oder direkt dem "Pulper" zugeführt. Im Pulper (engl."Verbreier") wird das Altpapier in seine Fasern aufgelöst. Diese breiige Fasersuspension enthält etliche Nichtpapierprodukte. Während das Papier im Pulper ist, werden mittels einer Zopfwinde in Form eines Zopfes Ballendrähte, Schnüre, Folien, Textilien... entfernt.
Ein Rejekt besteht grob gesehen aus zwei Fraktionen zusammen: den oben genannten Zopf und den Spuckstoffen
Die Spuckstoffe entsprechen dem groben Unrat von Nichtpapierprodukten, die meist mechanisch entfernt werden. Sie beinhalten ähnliche Stoffe wie der Zopf, wie unter anderem Drähte, Textilien, Zellstofffasern, Kunststofffolien, Glasstücke, Metallteile, Getränkedosen, Hausmüll und dergleichen.
Die Spuckstoffe werden aber auch häufig als Reststoffe oder auch als eigentliches Rejekt bezeichnet.
Das Rejekt hat einen Wassergehalt von etwa 50%.
Findet in der Altpapierverwertung auch ein "Deinking" statt, dann bedeutet das, dass mittels Zugabe von Chemikalien die Druckfarben vom Papier gelöst und verseift werden. Dabei bilden sich kleine Aggregate, die später abgeschöpft werden. Dieser Schritt ist für die Herstellung von Verpackungspapieren nicht notwendig.
Darauf folgen weitere Produktionsphasen, die so gut wie sämtliche Verunreinigungen ausscheiden sollen.
Zum Schluss dieser Stoffaufbereitung wird die verbliebene Suspension mittels Presstechniken eingedickt, und die homogenisierte Faserstoffsuspension wird zu den erwünschten Papieren weiterverarbeitet.
"Lechner Peter (Hg.). Kommunale
Abfallversorgung. Facultas Verlags- und Buchhandels AG, Wien.
2004.
(Anm.: Hervorhebungen durch die Autorin)
