4.5.2006, VAZ
Karl Eberl, langjähriger Meßtechniker bei Austrian
Energy und Seebensteiner, ist Experte für Verbrennungsanlagen
und Umwelt-Messtechniken. Er kennt alle österreichischen
Müll-Verbrennungsanlagen (Arnoldstein aus der Planungsphase)
und hat einige der größten Anlagen der Welt vermessen.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Karl Eberl ist prinzipiell nicht gegen Müllverbrennung, allerdings differenziert er. Er ist gegen gewinnorientierte Verbrennung in kleinen bis mittelgroßen Anlagen mit unzureichender Technik und unzureichend ausgebildeten Verfahrenstechnikern. Eine Anlage wie die in Pitten geplante birgt seiner Ansicht nach höchste Risikopotentiale.
Die Kernpunkte seines Vortrags:
- Müllverbrennung ist Profit

Das Ersetzen der klassischen Brennstoffe durch die Verbrennung von Klärschlamm und Müll hat für die Beteiligten unterschiedliche Effekte:
Den Investoren bringt es eine schnelle Amortisation der Anlage und danach satte Gewinne, etwas, das die Region durch Beeinträchtigung der Lebensqualität, durch höhere Emissionen und erhöhtes Verkehrsaufkommen auffangen muß.
In konkreten Zahlen sieht das im Pittental so aus:
| Reject, Einsparung der Entsorgung | 20.000 |
2,700.000 |
| Grüne Tonne, direkter Ertrag | 15.000 |
1,500.000 |
| Restfaser, Einsparung der Entsorgung | 3.000 |
400.000 |
| Reserve, Einsparung oder Ertrag | 7.000 |
700.000 |
| Summe Einsparung oder Ertrag |
5,300.000 |
|
| Einsparung Gas und Kohle |
3,000.000 |
|
| Jährlicher Gewinn |
8,300.000 |
8,3 Mio Euro der 114 Mio ATS jährlich ergibt bei einer Bausumme von 33 Mio Euro eine Rendite von 25%. All das ist ein gutes Argument für jeden Investor, solange er nicht im Pittental wohnt (was die Investoren auch nicht tun)
- Durch die Müllverbrennung kommt es zu mehr an Emissionen ( und mehr Verkehr )
- Die Emissionen aus der Wirbelschicht sind schlimm genug
- Grenzwerte sind zur Beurteilung von Anlagen
gedacht ... sagen nichts über die Auswirkungen auf die
Umwelt und den Menschen aus
- Schadstoffe wirken sich schädlich
aus ....
Feinstaub
kann toxisch belastet sein.
Es werden zur Zeit nur mittlere und grobe Korngrößen meßtechnisch erfaßt.
Die folgende Grafik von Karl Eberl erfaßt die Problematik: Feuerungsstaub (siehe roter Pfeil) wird nur unzureichend gemessen und scheint daher nie in seiner Gesamtmenge auf.
Eine weitere Grafik deutet die Volumsverhältnisse zwischen meßbaren und nicht meßbaren Staub an. PM 1 gilt alß meßtechische Untergrenze, PM 2,5 (Zentrum) wird derzeit nicht gemessen.

Grafiken Copyright Karl Eberl
