Die ELBEMÜHL PAPIERFABRIKS- UND VERLAGSGESELLSCHAFT (protokolliert 1873) war auch nach 1918 eines der größten Unternehmen der papiererzeugenden und -verarbeitenden Industrie in Österreich.
Sie besaß Papierfabriken in Böhmen, die Papierfabrik Feldmühle bei St. Pölten und hatte 1914 die Geschäftsführung der Gräflich Henkel-von-Donnersmarkschen Papierfabrik Frantschach AG und 1915 die Papierfabrik F. Hamburger in Wien übernommen.
1916 erwarb sie zusammen mit der Verkehrsbank Ritter v. Schoellers die Aktienmehrheit der Lenzinger Papierfabriks-AG. (...) Außerdem betrieb man in Wien IX, Berggasse 31, die sogenannte k.k. Hoftheaterdruckerei mit Akzidenz- und lithographischer Abteilung (dem früheren Bertrieb S. Czeiger); (...) Präsident des Verwaltungsrates war bei Kriegsende der Bankdirektor Richard Ritter v. Schoeller, die Leitung des Unternehmens hatte Ernst Prinzhorn inne.
Im Jahr 1919 ging die Aktienmehrheit an den Kola-Konzern über, der die GESELLSCHAFT FÜR GRAPHISCHE INDUSTRIE gegründet hatte (...) Die Gesellschaft für graphische Industrie war 1892 aus der WIENER MODE VERLAGS-AG hervorgegangen und hatte ihren Sitz in der Gumpendorfer Straße 87. (...) Sigmund Rosenbaum wurde 'dirigierender Verwaltungsrat'. Sein eigenes Unternehmen, BUCH- UND STEINDRUCKEREI, VERLAGSANSTALT UND PAPIERKONFEKTION BRÜDER ROSENBAUM (Wien VIII, Josefstädter Straße 29), wurde 1912 mit der Gesellschaft für graphische Industrie vereinigt (...) Im Jahre 1919 ging die 1910 gegründete ÖSTERREICHISCHE ZEITUNGS- UND DRUCKEREI AG (ÖZUDAG) durch Fusion ebenfalls in der Gesellschaft für graphische Industrie auf. (...) In der außerordentlichen Generalversammlung der Firma ELBEMÜHL vom 23. Juli 1923 wurde die Fusion mit der GESELLSCHAFT FÜR GRAPHISCHE INDUSTRIE beantragt. Das Vorhaben kam 1924 zur Durchführung.
Das gesamte Unternehmen firmierte nun unter ELBEMÜHL PAPIERFABRIKEN UND GRAPHISCHE INDUSTRIE AG. Kola und Sigmund Rosenbaum behielten zunächst ihre leitenden Stellungen. Die Aktienmajorität ging an die Treuga-Bank, 1926 an eine Finanzgruppe unter Führung der Fürst Liechtensteinschen Hauptkassenverwaltung, 1931 auf die Montfort AG in Vaduz über. 1927 zogen sich die Rosenbaum zurück und reaktivierten ihren eigenen Betrieb. (...)
Während der nationalsozialistischen
Ära befanden sich 99% aller Aktien im Besitz des Fürsten
Franz Josef von und zu Liechtenstein; (...)
Durstmüller, Band 3, S. 188ff.,§7
