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25.10.2000
NS-Sammelklage: Auch Prinzhorn steht drinnen
Prinzhorns Konzern wird als Beispiel für ein "arisiertes" Unternehmen genannt

von Margarete Endl



Wien. Paukenschlag für die am Dienstagabend begonnenen Verhandlungen über "Arisierungs"-Entschädigung: Der Zweite Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn ist in einer neuen Sammelklage von Zwangsarbeitern und Arisierungsopfern namentlich erwähnt - als Beispiel für Arisierungen. Wörtlich heisst es in der Klagsschrift, die am vergangenen Freitag bei einem New Yorker Gericht eingereicht wurde: "Beispielsweise kam das Unternehmen W. Hamburger, das im Eigentum einer jüdischen Familie stand, durch Arisierung in den Besitz des Grossvaters von Thomas Prinzhorn - einem der drei Präsidenten des österreichischen Parlaments."

"W. Hamburger steht seit 1853 im Familienbesitz", widerspricht Prinzhorns Bürochefin Barbara Kappel. "Prinzhorns Onkel Walter Reinthaller hat 1938 eine Hülsenfabrik in Neunkirchen von seinen jüdischen Geschäftspartnern erworben, die nach dem Anschluss fliehen mussten. Der Betrieb wurde durch Bomben zerstört. Nach 1945 erfolgte ein Restitutionsverfahren, und W. Hamburger leistete Entschädigung an die Vorbesitzer."

Bei den heutigen Entschädigungsverhandlungen geht es darum, dass die Republik Österreich nach 1945 nur zögerliche, lückenhafte und ungenügende Restitution oder Entschädigung für das geraubte Vermögen geleistet hat.

 

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